Mettmann: Krankenhaus will aufstocken
VON CHRISTOPH ZACHARIAS - zuletzt aktualisiert: 15.08.2007Düsseldorf (RPO). Nach der Schließung des Wülfrather Herminghaus-Stiftes benötigt Mettmann weitere Betten.
Das EVK hofft auf Landes-Zuschüsse. Die Investitionskosten für den Neubau betragen rund sechs Millionen Euro.Zwei neue Chefärzte
Das Mettmanner Krankenhaus verfügt derzeit über 220 Betten.
Ende des Jahres soll die Chirurgie neu aufgestellt werden.
Künftig soll es zwei Chefärzte in der Chirurgie geben: Einen Unfallchirurgen (Dr. Marwam Nassar kehrt nach Mettmann zurück) und einen Visceral-(Eingeweide)-Chirurgen.
Die Klagen von Patienten und deren Angehörige über überbelegte Zimmer im Evangelischen Krankenhaus Mettmann häufen sich. Ein jüngster Fall: Vier Patienten, der eine mit Durchfall, der andere lebensbedrohlich erkrankt, lagen in einem 25 Quadratmeter großen Zimmer der Inneren Abteilung. Die Ehefrau eines Patienten hat dafür kein Verständnis. „Das ist unzumutbar“, klagte sie am Heißen Draht der RP.
Bernd Huckels, Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses Mettmann (EVK), bestätigt, dass nach der Schließung des Wülfrather Krankenhauses mehr Patienten auf ein Zimmer verlegt werden müssten. „Das ist eigentlich nicht vertretbar“, sagt er. Denn die normalen Stationszimmer sind für maximal drei Kranke und nicht für vier Menschen ausgelegt. Das EVK hatte angesichts der drohenden Schließung des Wülfrather Krankenhauses bereits im Jahr 2004 einen Antrag zur Bezirksregierung geschickt, mit dem Wunsch, 17 zusätzliche Betten bewilligt zu bekommen. Mit den erhöhten Standards (eine Nasszelle für jedes Zimmer) wurde der Antrag überarbeitet. 45 Betten insgesamt will das EVK jetzt zusätzlich einrichten, eingerechnet die 17 „alten Betten“ und weitere Betten, die durch die Nasszellen wegfallen. „Wir haben die Bezirksregierung informiert und Einigkeit erzielt, dass wir auf dem jetzigen Patiententrakt ein 4. Obergeschoss errichten dürfen“, sagt Huckels.
Altes Programm gestoppt
Doch die neue Landesregierung hat das alte Investitionsprogramm gestoppt. Geld floss in den letzten zwei Jahren nicht für dieses Erweiterungsvorhaben, das Huckels auf rund sechs Millionen Euro beziffert. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann will nämlich die alte Investitionspauschale abschaffen und dafür mit einer Baupauschale die Krankenhäuser unterstützen. Die können dann eigenverantwortlich entscheiden, wie sie die Fördermittel als Baugeld nutzen. „Das ist eine Regelung, die wir sehr begrüßen“, sagt Huckels. Denn: Komplizierte Antrags- und Abstimmungsverfahren mit der Bezirksregierung entfallen damit völlig. Diese Baupauschale, so Minister Laumann, soll künftig bei 190 Millionen Euro jährlich liegen. Und zwar für alle 413 Krankenhäuser in NRW. Für das einzelne Krankenhaus wird sie anhand der Zahl und Schwere der erbrachten Krankenhausleistungen bemessen. Huckels weiß, dass diese 190 Millionen Euro nicht allzu viel Geld bedeuten, wenn alle Krankenhäuser etwas vom dem Kuchen abbekommen wollen. Der Geschäftsführer will den Anbau vorfinanzieren. Derzeit laufen Gespräche zwischen EVK und Ministerium. „Wir sind zuversichtlich, dass wir eine baldige Zusage bekommen, die uns signalisiert, dass wir die Ausgaben, die wir vorab leisten, nachfinanziert bekommen.“ Baubeginn könnte bereits im nächsten Jahr sein.
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