Wülfrath: Kreuzweg der Menschheit
VON R. MAIROSE-GUNDERMANN - zuletzt aktualisiert: 20.03.2007Düsseldorf (RPO). Gisela Ostrop eröffnete in der Kirche der Bergischen Diakonie eine Ausstellung.
Die Stationen setzen sich mit Schmerz und Bewältigung auseinander. Pfarrer Iwand: „Die Dichte bedrückt.“Rahmenprogramm
Zur Ausstellung gibt es ein Rahmenprogramm:
Vorstellung des Rosenkranzes von Gisela Ostrop. Donnerstag, 29. März, 18 Uhr.
Gespräche zum Kreuzweg: Sonntag, 1. April, im Anschluss an den Gottesdienst.
Abschlussveranstaltung Tanz – Formen der Andacht. Gottesdienst mit Tanzperformance. Karfreitag, 6. April, 15-15.30 Uhr. Kirche der Bergischen Diakonie Aprath, Oberdüsseler Weg.
„Beim Abschreiten der Stationen begegnen Sie einem Teil unserer Wirklichkeit, die in dieser Dichte bedrückt macht“, fasste Pfarrer Peter Iwand, Vorstandssprecher der Bergischen Diakonie Aprath (BDA), zusammen. Anlässlich des BDA-Jubiläums (125 Jahre alt) wurde am Samstag in der Kirche am Oberdüsseler Weg in einer Art sakraler Inszenierung die Ausstellung, „Kreuzweg der Menschheit“, der Keramik-Künstlerin Gisela Ostrop eröffnet.
„Wir wollen der Passionszeit einen besonderen Akzent geben“, sagte Iwand. „Passion als allumfassende Dimension, als globales Ereignis. Es geht um die gesamte Schöpfung.“ Gisela Ostrop, die mit den Kreuzweg-Stationen in einem langen Prozess auch eigene Trauerarbeit leistete (ihre 24-jährige Tochter kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben), zeigt ein beklemmendes Szenarium der Menschheit auf. Düster, trostlos, apokalyptisch.
Figuren aus Ton
Die Stationen sind gefertigt aus grauen Steinen, Kugeln, Figuren aus Ton, gebrannt in traditioneller japanischer Raku-Technik. Sie tragen Titel wie „Zwang“, „Missbrauch“, „Jugend“, „Krieg, Terror“, „Umwelt“, „Krankheit“, „Trauer, Tod, Leid“. In einem Kreis liegen sie aufgereiht auf dem Boden. Einzelne erinnern an zerstörte Grabstätten. Bei der Station, „Krieg, Terror“, dominieren die Zwillingstürme des World Trade Centers, auf Steinen darunter steht, „Hass, „Irak Krieg“, „Vertreibung“. Bei „Umwelt“ fällt der Blick auf eine erhöhte Weltkugel. In die Steine darunter sind Worte wie, „Hurrikan“, „Zerstörung“, „Ausbeutung“ eingebrannt.
In der Kreismitte befindet sich die Station, „Weltuntergang“ mit zerbrochener Weltkugel. „Es gibt auch einen Ausgang“, zeigte Gisela Ostrop dazu auf einen Quader mit Öffnungen. Der Kreuzweg führt zu einer dunklen „Himmelstreppe“, zu der ein Mensch auf allen Vieren über kantige Steine zu gelangen versucht. Die gedachte Verlängerung weist zum Altarraum. Während der in den Abend reichenden Veranstaltung bildeten Tee-Lichter, die die Künstlerin an den Stationen anzündete, und indirekte Beleuchtung im Altarbereich die einzigen Lichtquellen. Zu den Kreuzweg-Stationen sprachen Mitarbeiter der BDA und Mitglieder des Initiativkreises, „Miriam“ – eine Gruppe um Gisela Ostrop, die Trauernden anbietet, sich durch künstlerische Arbeit mit ihrem Schmerz und der Bewältigung auseinander zu setzen. Zu Krieg/Terror: „Zum Kriegführen sind drei Dinge nötig, Geld, Geld, Geld“. Zu Jugend: „Die Jugend von heute findet in den Augen der Alten keine Gnade“. Mit Klangschalen, Indianischer Flöte, Dulcimer, Gesang lieferte Jessica Burri eindringliche Klangraumbilder. Sie wirkten wie ein Requiem auf Menschheit und Schöpfung. Zum Jubiläum erhielt Pfarrer Iwand von Ostrop und Initiativkreis ein künstlerisches Werk, das die Arbeit der BDA symbolisierte.
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