Mettmann: Kribbeln im Bauch
VON CHRISTOPH ZACHARIAS - zuletzt aktualisiert: 23.06.2012Mettmann (RP). Die Johanniskirmes in der Innenstadt ist so groß wie nie zuvor – Diesmal sind sieben Großfahrgeschäfte, darunter auch ein Riesenrad sowie 53 kleinere Attraktionen in die Kreisstadt gekommen.
Schreiende Teenies auf dem Jubi. Keine Angst, niemand verletzt. Die Mädchen sitzen gut verzurrt in den Schalensitzen des Hip-Hop-Fly. Das ist eine Art Riesenschaukel, die sich nicht nur nach links und rechts dreht, sondern auch noch um die eigene Achse – und das fast bis zum Überschlag. Die Teenager haben ihre Taschen und Schuhe am Boden abgelegt und sind in das Fahrgeschäft gestiegen. Jürgen Noack Junior spielt mit seiner Stimme. Verzerrt sie und spricht im Stakkato. Er sitzt im Kassenhäuschen, feuert die Fahrgäste an und fragt nach einer Zugabe. Nach der Höllenfahrt steigt Jinan (14) aus dem Sessel. Ein bisschen blass ist sie schon: "Das ist ein geiles Gefühl", sagt sie – "als würde man fliegen."
Volker Stein, Mitglied der St. Sebastianus Schützenbruderschaft 1435, hat 60 Buden und Fahrgeschäfte nach Mettmann geholt. Rekord! Er ist froh, dass alles geklappt hat. Hier und da gibt's auch kritische Stimmen über die Kirmes in der Innenstadt. "Doch die vier Tage sollte man aushalten können", sagt er und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Noch unklar ist, wie die Kirmes im nächsten Jahr aussehen wird. Dann soll die Seibelquerspange bereits im Bau sein. Der Buswendeplatz und der Parkplatz an der Schwarzbachstraße stehen dann nicht mehr zur Verfügung. Vielleicht wird die Kirmes sich mehr in die Breite Straße verlagern.
Fest-Programm
Samstag: 17.45 Uhr Festhochamt in St. Lambertus
19 Uhr Investitur mit Großem Zapfenstreich
20 Uhr Tiroler Abend mit dem Tschirgant-Duo anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Tambour- und Fanfarencorps (Festzelt)
Sonntag: 14.30 Uhr Festumzug mit Parade (Düsseldorfer Straße)
16.30 Uhr Prominenten, Prinzen und Königsschießen der Bruderschaft.
19 Uhr Proklamation und anschließend Tanzabend mit der Palm Beach Band.
Montag: 11 Uhr Ermittlung des Neanderkönigs. 20 Uhr Krönungsball der Bruderschaft.
Eintritt jeweils frei.
Felix Witte sitzt ein paar Meter weiter in seiner kleinen Bude. Der Nordhesse aus Homberg/Efze ist Stempelmacher. Er sägt Vornamen aus einem Stück Holz und klebt den Schriftzug auf einen Stempel. Ein bisschen Nostalgie schwingt mit beim Blick auf das Kettenkarussell. Der Helfer von Ilona Rauhaut sitzt noch im kleinen Korbstuhl und hat nichts zu tun. Doch das wird sich ändern: "Das Kettenkarussell ist ein Klassiker", sagt die Besitzerin. Nostalgisch geht es auch bei der Schießbude von Marion und Ewald Müller zu. Mit einer Armbrust wird auf den Tell-Apfel geschossen. "Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die Alliierten es untersagt, mit Gewehren zu schießen, also hat mein Großvater für die Schießbude eine Armbrust genommen", sagt Marion Müller. In der Schwarzbachstraße riecht es nach Bratfisch, Pommes und Pizza. Auf dem Hof der Firma Glörfeld hat 2. Schießmeister Ralf Barda den Gewehrstand aufgebaut. Der Pfändervogel hängt schon im Kugelfang. "Wir sind bereit fürs Schützenfest", sagt Barda.
Stolz ist Sascha Bollo aus Rommerskirchen auf sein neues Festzelt, das auf dem Parkplatz steht. "Ich habe genug Bier geordert", sagt er. Der Zeltwirt hofft auf viele Gäste und auf gutes Wetter. Auf einer großen Leinwand können die Gäste die EM-Spiele verfolgen.
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