Erkrath: Kunst-Kurs setzt Segel
VON OLIVER WIEGAND - zuletzt aktualisiert: 01.11.2008Düsseldorf (RPO). Das Gymnasium am Neandertal nimmt zum dritten Mal am Wettbewerb „Jugend interpretiert Kunst“ des Duisburger Museums Küppersmühle teil. Die Jungen und Mädchen haben sich von Joseph Beuys inspirieren lassen.
Ein Panzer der nicht mehr schießen kann, weil das Geschoss schon im Rohr explodiert – daran arbeiten zurzeit in den Hallen von Posemarré Matthias Geiler und John Dedecke. An den Seiten wollen sie Höhlenmalerei auftragen und das Objekt „Tiger-Jäger“ nennen. Inspiriert wurden sie von den Werken A.R. Pencks, die sie vor kurzem im Duisburger Museum Küppersmühle gesehen haben.
Die beiden Schüler des Kunst-Leistungskurses des Gymnasiums am Neandertal haben alle Hände voll zu tun. Im Januar wollen sie ihr Werk aus Blech, Stahl und Stoff in der Küppersmühle präsentieren. Denn bereits zum dritten Mal nimmt das Gymnasium am Wettbewerb „Jugend interpretiert Kunst“ des Museums teil. Schüler aus ganz Deutschland können dort zeigen, was an organisatorischem Potential in ihnen steckt. Eine hochkarätige Fachjury mit Bazon Brock und Markus Lüpertz bewertet die Schülerarbeiten und die Preisträger erhalten den Deutsche Bank Stiftung Jugend-Kunst-Preis in Höhe von 5 000, 2 000 oder 1 000 Euro. „Offenheit ist ebenso gefragt wie Phantasie und Teamgeist“, sagt Kunstlehrer Herbert Griesmann, der von seinen Schülern sichtlich begeistert ist. Denn nicht nur Matthias Geiler und John Dedecke werkeln eifrig an ihren Arbeiten.
Mehr als 800 Werke
Das Museum Küppersmühle ist ein Kunstmuseum in Duisburg. Initiator des Museumsprojekts war der Duisburger Kunstsammler Hans Grothe.
Grothes Sammlung umfasste über 800 Werke von mehr als 40 Künstlern, darunter Werke von Joseph Beuys, Jörg Immendorff und Georg Baselitz.
Im Einbaum über den Rhein
Auch die übrigen Schüler des Kunst-Leistungskurses haben sich von einem Besuch im Museum Küppersmühle inspirieren lassen. Besonders gut gefallen haben ihnen scheinbar die dort ausgestellten Werke von Joseph Beuys. Denn fast alle Arbeiten, die die Schüler mit nach Duisburg nehmen werden haben was mit dem Einbaum zu tun, mit dem der Düsseldorfer Kunstprofessor seinerzeit legendär über den Rhein übersetzte.
Gezeigt wird auch eine überdimensionale Badewanne, die mit Fett gefüllt wird, erklärt Griesmann. Die Anspielung an die von einer Putzfrau geräumte Fett-Ecke von Joseph Beuys ist nicht zu übersehen. Ebenso wenig fehlen wird der goldenen Hase, der die Kunst erklärt – oder auch nicht.
Selbst während der Sommer- und Herbstferien haben die Schüler in den von Hasso von Blücher bereit gestellten Posemarré Hallen eifrig weiter gearbeitet. Material haben sie vom Pumpenhersteller Grundfos erhalten und einige sind mittlerweile schon so geübt, dass sie selbst schweißen können. Was sie nicht selbst schafften, haben sie irgendwie organisiert. Auch mit der Kreissäge wurde gearbeitet, um die großformatigen Werke künstlerisch zu interpretieren. Mit einem großen Möbelwagen werden die Werke bald aus Erkrath abgeholt und in Duisburg aufgebaut. Die Aufgabe, nichts größer zu bauen, als durch die Toreinfahrt passt, haben die Schüler jedenfalls schon erfüllt.
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