Mettmann: Leere Becken und Biergärten
VON ISABEL KLAAS UND UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 17.07.2012Mettmann (RP). Das Regenwetter macht Freibädern und Biergärten zu schaffen: Der fehlende Sommer sorgt bei Freibädern für ein Drittel weniger Badegäste. Ein Wirt sagt Freiluftkonzerte ab, Umsatzverluste von 80 Prozent sind keine Seltenheit.
Mettmann/Erkrath/Wülfrath Null. Nicht ein einziger Gast verlor sich gestern bei grau-trübem Wetter ins Naturfreibad in Mettmann. "Das Wetter und die ausbleibenden Gäste sind eine Katastrophe", sagt Betriebsleiter Frank Fitsch. Die wochenlange Wettermisere hat dazu geführt, dass gerade mal 4600 Menschen in dieser Sommersaison im Mettmanner Freibad waren. Im vergangenen Jahr waren es im gleichen Zeitraum bereits 7300. Das ist ein Minus von 37 Prozent. "Und 2011 war schon ein mieses Jahr mit insgesamt nur 13 200 Besuchern." Wie sehr die Gästezahlen zurückgegangen sind, zeigt der Blick auf ein heißes Sommerwochenende 2010. " Da allein hatten wir von Freitag bis Sonntag mehr als 10 000 Besucher."
Es wird nicht besser
In den nächsten Tagen können weder Gastronomen und Badbetreiber noch die Daheimgebliebenen aufatmen. Es wird nicht besser. Gegen Wochenmitte steigen die Temperaturen. Am Wochenende fallen sie jedoch schon wieder. Die bisherige Voraussage setzt allenfalls auf einen trockenen Samstag mit Höchsttemperaturen von 19 Grad. An allen übrigen Tagen bis einschließlich Sonntag ist mit Schauern und leichtem Dauerregen zu rechnen.
Sommer im September reicht nicht
In Erkrath sieht's nicht anders aus. Auf die Liegewiese des Neanderbads verliert sich in diesen Tagen kaum einer. Stadtwerke-Geschäftsführer Gregor Jeken muss herbe Verluste hinnehmen.
Wer in diesen Tagen Tische und Stühle in den Biergarten gestellt hat, wartet ebenso vergeblich auf Kunden. 80 Prozent weniger Umsatz, beziffert der Inhaber des Stadtwaldhauses Peter Petkovic die Einbußen.
300 Plätze hat der Gastronom bei gutem Wetter aufgebaut. Derzeit sitzt kaum ein Gast auf einem der Stühle. Und wenn es in den nächsten drei Wochen nicht wärmer wird, sei die Saison endgültig verkorkst, sagt Petkovic. "Selbst wenn's im September noch warm wird, ist es abends ja kalt. Und dann kommt auch keiner mehr." Im Café Schräglage hatte man nach dem Neustart im Juni auf einen sonnigen Sommer gehofft, der viele Motorradfahrer zum Treff lockt. Dort kamen nur eine Handvoll statt hunderter Gäste. Das offizielle Eröffnungskonzert mit der Rockband Van Wolfen für nächsten Samstag ist bereist abgesagt. "Ich investiere da 4000 Euro. Da müssen dann auch viele Leute kommen", sagt Schräglage-Chef Andreas Gottschalk. Mitte/Ende August soll die Band "Van Wolfen" jetzt an der Mettmanner Straße spielen. "Da nützen auch wärmende Kissen und Decken nichts", sagt Stefan Haake vom K5 in Wülfraths idyllischer Mitte. Wenn's plästert bleiben die 55 Plätze unter den aufgespannten Sonnenschirmen unbesetzt. Besonders die Radler vom Panoramaradweg fehlen dem Gastronom. "Da kamen im vorigen Jahr viele von außerhalb. Wenn sich jetzt nicht bald was tut, ist der Sommer vorbei." Ein bisschen hofft Haake auf einen warmen September, wenn Kartoffelfest ist. "Es ist ein schlechter Sommer", sagt er, "auch wegen der Baustelle vor der Tür."
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