Erkrath: Lektüre aus dem Karton
VON MANFRED MÜSCHENIG - zuletzt aktualisiert: 05.01.2008Düsseldorf (RPO). Fleißige Helferinnen unterstützen Michaele Gincel-Reinhardt beim Einräumen der Regale. Die Bücherei Hochdahl wird nach dem Brand am 19. Januar mit einer Dankeschön-Feier neu eröffnet.
Bücherkartons, soweit das Auge blickt. Und jede Menge Regale, die noch gefüllt werden wollen. Mittendrin Michaele Ginzel-Reinhardt, Leiterin der Stadtbücherei Erkrath und Larissa Kielgast, die bereits fleißig mit dem Einräumen der Lektüre beschäftigt ist. Eine weitere Mitarbeiterin war kurzfristig erkrankt, also muss wieder improvisiert werden. Aber darin ist die Büchereichefin ja schon geübt, seit die Bibliothek im Bürgerhaus wegen eines Brandes im Juli geschlossen werden musste.
Am Samstag, 19. Januar soll Wiedereröffnung sein. Damit bis dahin die Medien wieder an ihrem gewohnten Ort zu finden sind, hat das Büchereiteam noch alle Hände voll zu tun. Alle packen mit an, elf Personen insgesamt. Und nebenbei muss der normale Büchereibetrieb im Kaiserhof aufrecht erhalten werden. Auf ein paar Veränderungen müssen sich die Leser aber doch einstellen. Schön, dass die Bibliothek nun einen komplett neuen Teppichboden bekommen hat. Und die für die Sanierung erforderliche Kompletträumung wurde dazu genutzt, einige Bereiche umzuordnen.
Die Jugendecke zieht um
Die Jugendecke, früher im Erdgeschoss neben den Zeitschriften, zieht in den ersten Stock um. Stattdessen bekommt die Generation 50+ unten mehr Raum. Auch die Heimatkunde wird dazugestellt.
Der Zeitschriftenbereich bleibt am gewohnten Platz, über den Förderverein werden neue Tische beschafft. Der Lektürebestand muss erst wieder aufgebaut werden, die Zeitschriften wurden nach dem Brand komplett aussortiert. Insgesamt wurden 13 000 Bücher ausrangiert, vor allem Koch- und Kinderbücher sowie Romane, berichtet Ginzel-Reinhardt. Bei den Sachbüchern habe man sich schon schwerer getan, weil vieles davon nicht mehr lieferbar ist. Auch eine umfangreiche Kant-Ausgabe wurde erst mal behalten, obwohl „die sehr, sehr schlimm aussieht“, räumt die Büchereileiterin ein. Allein 1000 Bilderbücher wurden ausrangiert, ersetzt hingegen erst die Hälfte. Es dauert also noch, bis der alte Medienumfang erreicht ist.
Nicht allein das Einräumen beschäftigt die Büchereimitarbeiter. So habe die Reinigungsfirma die Regale zwar wieder aufgebaut, aber die Regalböden einfach nach Gutdünken eingehängt. Um ein ruhigeres Gesamtbild zu bekommen, müssen aber alle Böden auf einheitlicher Höhe sein. Viele werden also , umgehängt. „Eigentlich Peanuts, aber wichtig“, sagt Michaele Ginzel-Reinhardt, während sie an einigen Regalen vorbeigeht.
Ein paar Schritte weiter sieht es schon richtig aufgeräumt aus. Da stehen Frank Schätzings „Tod und Teufel“, K.W. Jeters „Blade Runner“ und Stephen Kings „Sara“ so einladend im Regal, als sollten sie schon morgen ausgeliehen werden. Ein bisschen wird‘s noch dauern.
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