Mettmann: „Leon sagt, wo es lang geht“
VON R. MAIROSE-GUNDERMANN - zuletzt aktualisiert: 22.01.2007Düsseldorf (RPO). In der Backstube von Richard Schmitz wagten sich Deutsche und Franzosen an köstliche Leckereien. Konditoren arbeiteten bis in die spät in die Nacht. Freundeskreis Bondues lädt heute in den Ratskeller ein.
Die Vorboten des Deutsch-Französischen Tages kündigten sich durch verführerischen Duft in der Backstube von Richard Schmitz an. Heute feiert der Freundeskreis Städtepartnerschaften mit Freunden und Gästen im Ratskeller die 44. Wiederkehr der Unterzeichnung des Elysée-Vertrages zwischen Bundeskanzler Konrad Adenauer und Staatspräsident Charles de Gaulles.
„Handlanger und Übersetzer“
Aus der französischen Partnerstadt Bondues trafen Léon Planckaert, Bäcker und Konditor, und Ehefrau Nadine Samstagmittag ein. Grund: Liebe geht durch den Magen und Léon Planckaert und sein Wülfrather Kollege Richard Schmitz wollten in deutsch-französischer Koproduktion einen deliziösen Beitrag dazu leisten. „Léon sagt, wo es lang geht. Wir machen einfach“, sagte Schmitz. Sein Sohn Christian war aus seiner Studienstadt Aachen angereist, um zu übersetzen und mit anzupacken.
Elysée-Vertrag 1963
Eine vertragliche Verpflichtung zu Konsultationen beider Regierungen in allen wichtigen Fragen der Außen- Sicherheits-, Jugend- und Kulturpolitik.
Folge: Installierung des deutsch-französischen Jugendwerks, Begründung von Städtepartnerschaften, Partnerschaften von Schulen und Vereinen. Erweiterung des Vertrages unter Kanzler Kohl.
„Ich bin Handlanger und Übersetzerin“, schmunzelte Kirsten Kaup. 1,95-Mann Christian machte sich insbesondere um höhere Arbeiten verdient. Er schob Blech um Blech mit wohlgeformtem Teig in die Fächer des Backofens. Richard Schmitz bereitete aus Vanillebutter, Kaffeeextrakt und anderen Zutaten eine Buttercreme. Kirstin Kaup verteilte aus einer Spritztüte mit künstlerischem Feingefühl eine Creme auf das Buttergebäck. Auf dem Herd köchelte Schokolade für selbstgemachte Schokoladenraspel.
Den ganzen Samstagnachmittag sowie ein paar Stunden in der Nacht wurden in der Backstube französische Köstlichkeiten gezaubert. Die ersten Kunden und Verkoster erwartete Schmitz mit Ladenöffnung, Sonntagmorgen, acht Uhr. „Viele Leute haben gefragt, was es diesmal gibt“, berichtete Ehefrau Brigitte Schmitz. Léon, der im Vorfeld eine Liste mit gewünschten Zutaten geschickt hatte, war ganz in seinem Element. Freundlich lächelnd lüftete er gelegentlich das Geheimnis über eine der Spezialitäten. „Galette russe“, zeigte er auf Butterplätzchen mit Buttercremefüllung. Eine Kostprobe zeigte: Sündhaft kalorienreich aber ungemein köstlich.
Keine geringere Gaumenfreude waren die „Merveilleux“, Kreationen aus Baiser, Schokoladencreme und Sahne, mit denen Schmitz, Planckaert und Vertreter des Freundeskreises vor zwei Jahren bereits Kunden und Leckermäuler verwöhnten. Neben diesen französischen Verführungen gab es im Bäckerladen gestern auf einem städtepartnerschaftlich hergerichteten Tisch auch wieder süße Kuchen-Brötchen, „Brioches.“ Zum Deutsch-Französischen Tag lädt der Freundeskreis Städtepartnerschaften heute, 19.30 Uhr, in den Ratskeller ein. Ratskeller-Chefin Jutta Korten bietet Spezialitäten an. Lothar „Meunier“ sorgt mit Chansons für französisches Flair.
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