Erkrath: Lokschuppen wird zur Küche
VON STEPHANIE JOSST - zuletzt aktualisiert: 02.06.2009Düsseldorf (RPO). Die ersten Rheinisch-Bergischen Genusstage im Hochdahler Eisenbahnmuseum locken 250 Besucher an.
Sechs Spitzenköche aus der Region machen das Eisenbahnmuseum für zwei Tage zum Treffpunkt der Feinschmecker.Man nehme Schokolade, Marzipan und Sahne, eine Form, ein bisschen Geduld und fertig sind die belgischen Pralinen. Und unter fachmännischer Anleitung des Pâtissiers des Jahres 2009, Matthias Ludwigs, gelang auch den kleinsten Gästen die Herstellung der süßen Köstlichkeiten bei der Tafelrunde der Rheinisch-Bergischen Genusstage im Lokschuppen Hochdahl.
An zwei Tagen verwandelte Kollegen Ingo Hopmann vom angrenzenden Restaurant Hopmanns Olive gemeinsam mit Kollegen aus der Region die Museumshalle in ein edles Restaurant mit mediterranem Flair. Insgesamt sechs Köche kreierten verschiedene Vorspeisen, Hauptmenüs sowie Desserts, dazu gab es edlen Wein und am Sonntag auch verschiedene Pralinenspezialitäten.
Die Köche
Ingo Hopmann (Hopmans Olive, Erkrath)
Ulrich Heldmann (Heldmann's Restaurant, Remscheid)
Gregor Marx (Alter Speicher, Solingen)
Frank Lohmann (Romantik Hotel Gravenberg, Langenfeld)
Michael Wolff (Pungshaus, Hilden)
Gastkoch Matthias Ludwigs (Törtchen Törtchen, Köln)
"Normalerweise kocht jeder für sich in seinem Restaurant, aber wir wollten gerne etwas gemeinsam machen", erklärte Hopmann. Der Lokschuppen sei extrem vielseitig zu nutzen und neben Museum oder Konzerthalle auch als Restaurant eine ausgezeichnete Adresse.
Rehbockkeule und Saiblingsfilet
Beim "Flying Buffet" am Sonntag warteten Köstlichkeiten wie Bergische Rehbockkeule auf Kartoffel-Pilzragout, gebratenes Saiblingsfilet auf Bärlauch-Risotto oder Entenbrust auf gebratenen Pastinakenstreifen auf die Gäste. Als Nachtisch standen unter anderem Rhababerkompott, Fondue vom Bleu de Bresse oder Nougatcreme mit Safranbirne zur Auswahl.
"Alle unsere Speisen stammen wie die Köche aus der Region", erklärte Hopmann. "Den Spargel haben wir direkt aus Mettman, der Saibling kommt aus der Eifel." Und das Konzept, heimische Waren auf mediterrane Art zu servieren, ging wunderbar auf. Mit insgesamt 250 verkauften Karten für beide Tage war die Veranstaltung ausverkauft. "Wir wollten ja keine Buffetschlachten ums Essen", erklärte Homann lachend. "Unsere Gäste sollten sich wie in einem entspannten Sommerurlaub fühlen."
Gastkoch Pâtissier Ludwigs übte am Sonntagnachmittag besonders auf die kleinen Besucher eine enorme Anziehungskraft aus. "Das ist wahnsinnig aufregend" erklärten die beiden Sechsjährigen Lea und Julia, während sie die flüssige Schokolade in die Pralinenförmchen gossen. "Am liebsten würden wir das heute Nachmittag zu Hause direkt nachmachen." Tatsächlich sei es gar nicht schwer, die kleinen Schokoladekugeln selber herzustellen, sagte Ludwigs. "Für den Einstieg geeignet sind Pralinen mit Rum oder Trüffel." Allerdings sollte nicht allzu sehr auf Ästhetik geachtet werden, denn ein dezent glänzendes Produkt aus Schokolade, wie sie in Konditoreien zu finden ist, sei in der heimischen Küche nur sehr schwer zu zaubern.
Tafelrunde soll fortgesetzt werden
Aufgrund des Erfolges ihrer ersten Rheinisch-Bergischen Genusstage denken Hopmann und seine Mitstreiter bereits an eine Fortsetzung der Tafelrunde. "Auch wenn wir besonders in den letzten Wochen einen enormen Stress mit der Organisation hatten, war es die Mühe wert. Jetzt bin ich allerdings erstmal froh, wenn ich ausschlafen kann", räumte der zufriedene Gastgeber Hopmann dann soch ein.
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