kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Erkrath: Mahnstein gegen CO-Pipeline

VON OLIVER WIEGAND - zuletzt aktualisiert: 22.08.2009

Düsseldorf (RPO). Die IG Erkrath installiert an der Max-Planck-Straße einen 1,5 Tonnen schweren Gedenkstein. In seiner Härte soll er die Unnachgiebigkeit des Kampfes der Gegner der Rohrleitung symbolisieren.

Bevor der Stein an der Max-Planck-Straße/Ecke Am Maiblümchen aufgestellt wird, graben (v.l.) Wolfgang Cüppers, Martin Hahn und Erwin Schumacher ein Fundament, das mit Beton ausgegossen wird.    Foto: RPO
Bevor der Stein an der Max-Planck-Straße/Ecke Am Maiblümchen aufgestellt wird, graben (v.l.) Wolfgang Cüppers, Martin Hahn und Erwin Schumacher ein Fundament, das mit Beton ausgegossen wird. Foto: RPO

Mit Kreuzen und Kerzen haben sie angefangen, gegen die CO-Pipeline in Erkrath zu protestieren. Jetzt legt die Interessengemeinschaft Erkrath noch ein paar Pfund drauf. Genauer gesagt sind es fast 3000 Pfund purer Kalkstein aus dem Neandertal, die gestern Morgen um 9 Uhr mit dem Lastwagen des Trillser Steinmetzes Martin Hahn an die Max-Planck-Straße gerollt werden.

Solides Fundament aus Beton

"Jetzt heißt es erst mal buddeln für ein solides Betonfundament", sagt Wolfgang Cüppers. Der Sprecher der IG Erkrath nimmt sich die Schaufel und gemeinsam geht es einen halben Meter und knietief durch Lehm, Schotter und Sand. Mit von der Partie, der Ingenieur Erwin Schumacher, der sich kurzerhand als der "Wolfgang Cüppers von Monheim" vorstellt. Das Loch ist schnell gegraben – so tief und breit muss es ja auch nicht sein, aber eben sicher mit Beton ausgefüllt und bombenfest und vor allem für die Ewigkeit.

Info

Geschenk des Hauses

Der Mahnstein stammt aus dem Kalksteinwerken im Neandertal und ist der IG Erkrath als Spende kostenlos zur Verfügung gestellt worden.

Unterstützt wird die Erkrath von allen Erkrather Ratsfraktionen (außer der FDP, die ist der Ansicht, ein Schild hätte gereicht) und vielen Bürgern Erkraths.

Man stelle sich nur vor, dort geht eine alte Frau mit Dackel spazieren und im dem Moment kippt der Stein um... ? Die IG Erkrath hat von der Stadt die Genehmigung für die Aufstellung erhalten, weil ja wirklich ausnahmslos alle Parteien und auch der Bürgermeister gegen die Pipeline sind. Mit der Genehmigung geht nun auch die Verkehrssicherungspflicht einher.

Brot mit Mettwurst zur Belohnung

Nach den anstrengenden Grabungen gönnen sich die Pipeline-Gegner ein leckeres Brot mit Mettwurst. Schon um halb zwölf kann der Stein vorsichtig mit dem Kran abgeladen werden. Dort steht er nun und wenn es nach Cüppers geht für eine Ewigkeit. "In seiner Härte soll er die Unnachgiebigkeit unseres Kampfes symbolisieren", sagt Cüppers. Die Marmorierung stehe für die Vielfalt der Gruppen und Initiativen, die den Protest unterstützen. Das Alter des Steins steht für die Dauerhaftigkeit des Protestes. Nur Fachleute wie Steinmetz Martin Hahn sehen, dass der Stein ein paar kleine Risse hat. Würde man an de falschen Stelle bohren, könnten größere Teile verloren gehen.

Martin Hahn hat sorgfältig und 1,5 Tage lang an der Inschrift gearbeitet. "Dem Kampf der Bürger gegen die CO-Pipeline 2007 bis 20??" steht dort eingemeißelt. Die Fragezeichen sind natürlich bewusst gewählt und werden, wenn das Projekt Pipeline endgültig scheitern sollte, durch die entsprechende Jahreszahl ersetzt. Wann das sein wird, weiß keiner. Will vielleicht auch niemand wissen, weil ja dann die Zeit des Protestierens vorbei wäre?

Abends kommt die Prominenz aus Stadt und Kreis, um den Mahnstein feierlich zu enthüllen. Reden werden gehalten. Mit dabei ist auch Monika Klaverkamp, die sich ehrenamtlich um die bisherige Mahnstätte mit den Kreuzen kümmert. Grabkerzen zündet sie dort gerne an, hängt schwarze Luftballons auf oder Gedichttafeln mit Schopenauer-Versen. Sie stellt die umgeschmissenen Kreuze immer wieder auf. Die Kreuze kommen nun bald weg. Sie wurden immer wieder von Vandalen zerstört. Dafür hat man jetzt den Stein. Für die Ewigkeit.

Quelle: RP

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Alles vorbereitet für den Japan-Tag

Japan-Fest 2012

Alles vorbereitet für den Japan-Tag

Hunderttausende Besucher werden am Rheinufer erwartet. Höhepunkt ist am Samstagabend das große japanische Feuerwerk über dem Rhein mit 1505 ... mehr 

Hund und Frauchen - unsere tollen Teams

Schicken Sie ihre Fotos

Hund und Frauchen - unsere tollen Teams

Am Sonntag ist der Tag des Hundes, und RP Online würdigt den besten Freund des Menschen: Hundebesitzer haben uns erzählt, warum sie und ihr ... mehr 

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Tragischer Unfall: 400 Schafe fallen auf Autobahn

Hunderte Schafe sind in der Nacht zu Freitag auf eine Straße in Melbourne gefallen, als ein Tiertransporter auf einer Brücke umkippte und ... mehr 

aus der Nachbarschaft

Tippspiel

Wir suchen den EM-Experten

Deutschland Niederlande Jubel Özil Klose Müller 2011 dpa

Wer übersteht die Vorrunde? Wer schafft es bis ins Finale? Das EM-Tippspiel von RP Online gibt Ihnen die Gelegenheit, Ihr fußballerisches Know-How unter Beweis zu stellen. Die besten Tipper erwarten tolle Preise. Jetzt anmelden und mitmachen! mehr 

Meistgelesen

22-jährige Studentin stirbt bei Autounfall

Marina Keegans Tod bewegt das Netz

Eigentlich stand Marina Keegan die Welt offen. Zwei Tage nach ihrem Abschluss starb sie bei einem Verkehrsunfall. Ihr letztes Essay bewegt Menschen in aller Welt. Von Sarah Petautschnig  mehr

 

Notfall-Szenarien für Griechenland

Wird die neue Drachme schon gedruckt?

 

Fortuna Düsseldorf

"Ab jetzt ist Freude befohlen"

 

Stürmer für Borussia Mönchengladbach

De Jong hat noch keinen Favoriten

 
Meistkommentiert

Streit in Bonn

Toter bei Messerstecherei in S-Bahn-Station

Bei einem Streit in einer S-Bahn-Haltestelle in Bonn hat ein 21-Jähriger am Donnerstagnachmittag einen fünf Jahre älteren Mann erstochen. mehr

 

Merkel will Betroffenen helfen

Schlecker-Kette wird zerschlagen

 

Cyber-Attacke gegen den Iran

Obama soll Stuxnet persönlich betreut haben

 
 

Landwirt Fritz musste schon gehen

Neonazi-Skandal bei "Bauer sucht Frau"

mehr nachrichten aus mettmann und Erkrath
Im Labor nimmt Chemielaborantin Susanne Dlugosch mit einer Pipette eine Probe Babysaft, den sie auf seinen Vitamin-C-Gehalt untersucht.

Mettmann

Fliegen in der Theke

Der Bericht des Amtes für Verbraucherschutz deckt Missstände in der Lebensmittelbranche auf. Fast die Hälfte aller Betriebe wurde 2011 kontrolliert. Verbraucher sollen Mängel in Geschäften und Restaurants melden. VON Jürgen Fischer  mehr

 
 
 
 
 
 
Familienanzeigen
Regio-Extra