Wülfrath: Marktmeister in Ruhestand
VON JOCHEN DELPHENDAHL - zuletzt aktualisiert: 09.02.2012Wülfrath (RP). Die Marktbeschicker übernehmen die Organisation des Wochenmarkts. Stadt ist nicht länger Veranstalter. Versuchsweise dürfen angeleinte Hunde wieder zum Einkaufen mitgenommen werden.
Besucher zufrieden
Bei einer Umfrage der RP unter Marktbesuchern Anfang des Jahres äußerte auch Marktmeister Richard Seidler einen Wunsch für "seinen" Wochenmarkt:
"Mehr junge Menschen an unseren Ständen, die wieder lernen, Qualität und Frische zu schätzen."
Denn nur dann habe der Markt langfristig Zukunft, ist sich der Marktmeister sicher.
Bei einer Befragung 2009 hatten 80 Prozent der Befragten erklärt, den damals neu geordneten Wochenmarkt attraktiv zu finden und den Marktbesuch mit weiteren Einkäufen in der Fußgängerzone zu verbinden.
Die Satzung für den Wochenmarkt ist aufgehoben. Der Stadtrat folgte einstimmig dem Vorschlag der Stadtverwaltung. Zum Hintergrund erklärte Ordnungsamtsleiter Schneider, die Stadt wolle nicht länger Veranstalter sein, sondern den Wochenmarkt in die Hand der Beschicker geben. Darüber wurden bereits Gespräche mit der Marktbeschickervereinigung in Velbert geführt.
Grund für den Zeitpunkt der Aufgabe der Eigenregie ist, dass Marktmeister Richard Seidler Ende des Monats in den Ruhestand tritt. Am Samstag wird er zum letzten Mal dienstlich auf dem Wochenmarkt am Diek seine Runden drehen.
Bürgermeisterin Claudia Panke sprach Seidler Dank und Anerkennung für sein 14-jähriges Engagement als Marktmeister aus. Schon morgens um 4 Uhr sei er für den Wochenmarkt im Einsatz gewesen und oft bis mittags Schluss war. Zudem habe er sich auf Nachbarmärkten umgeschaut und dort Marktbeschicker angesprochen, um sie nach Wülfrath zu locken und dort das Angebot zu erweitern. "Sie sind als Institution in Wülfrath bekannt. Eine Persönlichkeit wie Sie werden wir wohl nicht mehr finden", sagte Panke. Auf der Zuschauerbank nahm Richard Seidler das Lob sichtlich berührt entgegen.
Marktleute treffen sich
Auf Seidlers Initiative hin hatte es mal wieder Treffen der Marktbeschicker gegeben. Bis zu 30 Marktleute und Ehemalige kamen zum Töttern, Essen, Trinken und mal zum Kegeln zusammen.
Nicht unumstritten, ist der Vorschlag der Verwaltung, künftig Besuchern mit (angeleinten) Hunden das Betreten des Wochenmarktes zu gestatten. In der Wochenmarkt-Satzung war dies bislang verboten. Wie Ordnungsamtsleiter Reinhard Schneider berichtete, habe eine Umfrage unter Beschickern gezeigt, dass auf immer mehr Wochenmärkten Hunde mitgeführt werden dürfen. Einige sagten, es gebe Hundehalter, die nicht einkaufen kommen, weil sie ihr Tier nicht mitbringen dürfen. Udo Switalski (CDU) meinte, die Gassen auf dem Wülfrather Wochenmarkt seien nicht so eng, da sollten Hunde kein Problem sein.
Bürgermeisterin Panke betonte, das Zulassen von Hunden sei zunächst ein zeitlich begrenzter Versuch. "Funktioniert das nicht, können wir immer noch eine Auflage vereinbaren." Dem stimmte der Stadtrat bei nur einer Enthaltung zu.
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