Mettmann: Mehr Geld für die Städte
VON OLIVER WIEGAND - zuletzt aktualisiert: 19.12.2008Düsseldorf (RPO). Im Osten Deutschlands wurden Schulen und Stadthallen neu gebaut, der Westen hinkt hinterher, meint Kanzlerin Angela Merkel. Fast 70 Millionen Euro haben Mettmann, Erkrath und Wülfrath für den Aufbau Ost bezahlt.
METTMANN/ERKRATH/WÜLFRATH Bundeskanzlerin Angela Merkel scheint mit wachen Augen durch Deutschland zu fahren. „Wenn ich durch die alten Bundesländer reise, sehe ich viele Stadthallen, Schulen, Verwaltungsgebäude aus den sechziger und siebziger Jahren, wohingegen im Osten vieles neu ist“, sagte die Kanzlerin jetzt in einem Interview. Seit der Wiedervereinigung hat die Stadt Mettmann 22,5 Millionen, die Stadt Erkrath 25 Millionen und Wülfrath 19,7 Millionen für den Aufbau Ost bezahlt. Fragt man die Kämmerer und Bürgermeister – das Geld hätte man durchaus gerne hier behalten.
Mettmann „Natürlich hätten wir die Summe gut gebrauchen können, um in öffentliche Wege, Straßen und Plätze zu investieren“, sagt Mettmanns Bürgermeister Bodo Nowodworski. Die Stadt Mettmann ist seit Jahren klamm und musste nicht nur in Zeiten des Nothaushalts Stellen zum Beispiel auf dem Bauhof abbauen. Wenn es dann länger dauert, bis Wege gereinigt, Büsche geschnitten und der Müll vom Bürgersteig gefegt ist, beschweren sich die Bürger. Geld hätte die Stadt aber auch bei der Sanierung der Schulen gut gebrauchen. Schon seit Jahren ist die Erneuerung der Fenster an der Mettmanner Realschule immer wieder aufgeschoben worden.
Wirtschaftshilfe
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will nach den langen Jahren gezielter Ost-Förderung dem Westen besondere Wirtschaftshilfen zukommen lassen.
Sie sehe jetzt „einen Nachholbedarf in der alten Bundesrepublik bei öffentlichen Investitionen“, sagte Merkel.
Neue Fenster für Realschule
Nicht nur aus energetischer Sicht wird es nun höchste Zeit, so Nowodworski. Mehr Geld benötige die Stadt auch beim notwendigen Ausbau der Schul-Mensen, die aufgrund des kürzer werdenden Unterrichts dringend notwendig sind. Die Ankündigung der Kanzlerin, dem Westen Deutschlands besondere Wirtschaftshilfen zu kommen zu lassen, sieht Nowodworski aber auch als Chance. Bei der Seibelquerspange – Teil der seit Jahrzehnten dringend benötigten Innenstadt-Umgehung für Mettmann, will der Bürgermeister versuchen, Fördergelder zu beantragen.
Erkrath Schon seit Jahren finanziell mit dem Rücken zur Wand steht die Stadt Erkrath. Kämmerer Heribert Schiefer ist vor allem bemüht, den kommenden Generationen nicht zu hohe Schulden zu überlassen, um überhaupt noch einen politischen Gestaltungsspielraum zu ermöglichen. Mehr und früher investiert hätte die Stadt Erkrath in die Bereiche Schulen und Kindergärten. An eine neue zeitgemäße und moderne Stadthalle sei aber auch in ferner Zukunft nicht zu denken, sagte Schiefer. Einen Sanierungsstau gebe es bei den städtischen Gebäuden allerdings nicht, die Mängel würden Zug um Zug abgearbeitet.
Wülfrath Beim Umzug des Jugendhauses konnte jeder sehen, wie wenig Geld die Stadt hat. Die Jugendlichen packten selbst mit an und schleppten Umzugkisten. Vorher hatten sie allerdings schon die neuen Räume selbst gestrichen. Sollte mehr Geld vom Bund kommen, würde Bürgermeisterin Barbara Lorenz-Allendorff vor allem in die Realschule und Gymnasium investieren. Darüber hinaus gelte es, die Angebote für Kinder in der Betreuung unter drei Jahren auszubauen.
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