Erkrath: Mehr Platz auf dem Friedhof
VON OLIVER WIEGAND - zuletzt aktualisiert: 10.02.2010Düsseldorf (RPO). Die Evangelische Kirche hat rund 170 000 Euro investiert. Angeboten werden neben der Neanderkirche nun Reihen- und Wahlgräber im Rasenfeld für Särge und Urnen. Rund 140 Gräber sind derzeit noch frei.
Was sich einmal in den Köpfen der Hochdahler festgesetzt hat, bekommt man nicht mehr so schnell wieder heraus. "Die Leute meinen, hier würde es keine Gräber mehr geben", sagt Erhard Reiche. Der Baukirchmeister spricht vom evangelischen Teil des Friedhofs an der Neanderkirche. Doch genau das Gegenteil ist der Fall.
In den vergangenen Jahren sind viele Gräber frei geworden. Die evangelische Kirche hat 170 000 Euro für neue Wege, Baumschnitt und Entfernung und für neue Grabstellen ausgegeben. An zwei Stellen stehen nun Stelen zum Stückpreis von jeweils 7000 Euro und weisen auf die neuen Grabstellen hin. In der Nähe der Kirche ist ein neues Urnengrabfeld angelegt worden, das Platz für 100 Urnen bietet.
Ort des Friedens
Die Evangelische Kirche wünscht sich, dass der Friedhof mit seinem alten Baumbestand, der gestalteten Natur sowie den schönen Ausblicken als Ort des Friedens erlebt wird.
Auf den Stelen sind biblische Sprüche eingraviert, die auf die christliche Hoffnung der Auferstehung hinweisen.
Genormte Platte mit Namen
An die Verstorbenen erinnert eine 30x30 Zentimeter große Platte mit Namen, Geburts- und Sterbedatum. "Um Grabpflege brauchen sich die Angehörigen nicht zu kümmern", sagt Erhard Reiche. Alle zwei Wochen wird der Rasen gemäht und die Grabstelle ist wieder in Ordnung. Persönliche Zeichen der Andacht an die Verstorbenen wie Blumengaben sind an dieser Stelle nicht vorgesehen. "Rund um die Stele kann man aber Blumen ablegen und sich auf eine Bank setzten", sagt Presbyter Norbert Goebel. Die Urnenbeisetzung kostet 765 Euro, dazu kommt die Bestattungsgebühr von 345 Euro. Für die Grabplatte werden 300 Euro verlangt.
Platz für 40 Gräber sind in einem Rasenfeld sind knapp 40 Meter weiter geschaffen worden. Dort sind Sargbestattungen auf einer genormten Fläche von 2,50x1,45 Meter möglich. Angehörige, deren Partner zuerst stirbt, können sich dort daneben eine Fläche für sich reservieren. "Das ist sonst auf Friedhöfen nicht üblich, das ist unser Alleinstellungsmerkmal", sagt d Reiche. Das Grab für den Sarg im Rasenfeld kostet 1617 Euro, plus 768 Euro Bestattungsgebühren.
Durch das Fällen vieler Fichten und Tannen ist der Friedhof im vorderen Bereich in der Nähe der Kirche deutlich heller geworden. "Die gefällten Bäume waren Flachwurzler, für den Friedhof eigentlich völlig ungeeignet. Das hat man vor 80 Jahren bei der Anlage des Friedhofs gar nicht bedacht", sagt Reiche. Im hinteren Teil sind die hohen, im Sommer Schatten spendenden Eichen stehen gelassen worden.
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