Erkrath: Mit Kyrill auf Trab
VON GABRIEL KORDS - zuletzt aktualisiert: 23.02.2008Düsseldorf (RPO). Die Erkrather Feuerwehr fuhr im letzten Jahr 74 Einsätze, um die Orkanschäden zu beseitigen.
Der Kreisbrandmeister ehrte Männer, die 60 und 50 Jahre lang in der Wehr engagiert sind.„Allen Feuerwehrleuten wird das vergangene Jahr wohl lange in Erinnerung bleiben“, sagte Guido Vogt, Leiter der Erkrather Feuerwehr, zum Jahresbericht 2007. Er meinte den Orkan Kyrill, der die Wehr Ende Januar 2007 mehrere Tage auf Trapp hielt. Das drückt sich in den Zahlen aus: In der Kategorie „Technische Hilfeleistung“, in die die meisten Sturmeinsätze fallen, verzeichneten die Erkrather 2007 eine Steigerung von einem Drittel auf 434 Einsätze.
Waldbrand im Mai
Sie lässt sich fast vollständig mit dem Orkan erklären, denn 74 Einsätze lassen sich allein auf unmittelbare Orkanschäden zurückführen. Die Kyrill-Einsätze, bei denen auch ein Großteil der 98 ehrenamtlichen Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr mitgeholfen hat, waren nicht die einzige Herausforderung für die Erkrather Feuerwehr. Wegen einer Trockenperiode brannten am 5. Mai 6000 Quadratmeter Wald. 100 Einsatzkräfte aus Erkrath und Umgebung bekämpften den Brand. Wegen der Größe des Feuers musste Wachleiter Guido Vogt den Einsatz aus der Luft vom Polizeihubschrauber aus koordinieren – trotz Flugangst. „Feuerwehr ist eigentlich der falsche Name für uns“, sagte Vogt, da die Brandeinsätze nur den kleinsten Teil der Hilfe ausmachten. Knapp 3800 von 4767 Einsätzen waren Krankentransporte und Noteinsätze.
35mal Fehlalarm
120 von knapp 5000 Einsätzen der Feuerwehr waren Brandeinsätze. Die Zahl ist seit vielen Jahren rückläufig, 2008 sank sie um knapp 10 Prozent.
35 der 120 Brandeinsätze waren Fehleinätze, von denen 32 durch Brandmeldeanlagen ausgelöst wurden.
Am Bilanzabend wurden auch zahlreiche Beförderungen und Ehrungen vorgenommen. Zu den 23 Beförderten gehört Jörg Schwarz, der nun Brandinspektor ist. Hauptbrandmeister wurden Wolfgang Rettig und Thomas Schnarr. Für langjährige Mitgliedschaft wurden Rudi Heil und Fritz Steinacker (jeweils über 60 Jahre) sowie Manfred Dietzler, Reiner Krutki und Günther Schilling (über 50 Jahre) geehrt. Guido Vogt stellt fest, dass die Anzahl der Fort- und Weiterbildungen in den letzten Jahren zugenommen hat. Das liege an strukturellen Veränderungen der Landesfeuerwehrschule in Münster, die den ehrenamtlichen Kräften zugute kämen. Deren Anzahl hat sich im letzten Jahr um zwei auf 98 Mitglieder erhöht. Die Feuerwehr könne viel mehr Leute gebrauchen: „Wir präsentieren uns den Erkrathern bei jeder Gelegenheit, aber der Erfolg ist mäßig“, sagte Vogt. Er und Bürgermeister Arno Werner sprachen den Freiwilligen ihren Respekt aus. Die Freiwilligen investierten 2007 über 3500 Stunden in Übungen. Vogt dankte allen Partnern für ihre Bereitschaft, die Liebsten so oft abzugeben. Durchschnittlich seien an jedem dritten Tag freiwillige Wehrleute im Einsatz.
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