Mettmann: Mit Robbie und Radetzky
VON CHRISTINE ZACHARIAS - zuletzt aktualisiert: 15.03.2007Düsseldorf (RPO). Benefizkonzert in der Neandertalhalle: Das Musikkorps der Bundeswehr aus Siegburg gastierte.
Lionsclub Mettmann-Wülfrath hatte eingeladen. Erlös geht an Mettmanner Tafel und Initiative „Lachen helfen“.Musiker der Bundeswehr waren in Mettmann stets willkommen: Jahrelang gastierte das Heeresmusikkorps 7 aus dem nahen Hubbelrath in Verbindung mit dem Patenschaftsbataillon 820 in der Neandertalhalle vor vollen Rängen. Umso größer die Enttäuschung bei den Mettmannern, als das Ensemble im vergangenen Jahr aus Spargründen aufgelöst wurde.
Jetzt waren wieder Musiker der Bundeswehr zu Gast: Auf Initiative des Lions-Clubs Mettmann-Wülfrath präsentierte das Musikkorps unter Oberstleutnant Walter Ratzek ein üppiges Konzertprogramm vor wiederum gut gefüllten Rängen.
Das Musikkorps, ein Konzertblasorchester mit Sitz in Siegburg, vertritt als repräsentatives Konzertensemble die Streitkräfte bei besonderen Anlässen national wie international. Und was diese Musiker (darunter auch einige Frauen) so alles „drauf“ haben, bewiesen sie an diesem Abend in der Neandertalhalle auf eindrucksvolle Weise: Immerhin spannte sich der musikalische Bogen von Richard Wagner bis Robbie Williams.
22 Musikkorps
Der Militärmusikdienst der Bundeswehr verfügt über 22 Musikkorps.
An der Spitze stehen drei Orchester: die Big Band, das Stabsmusikkorps in Berlin (als Protokollmusikkorps) und das Musikkorps der Bundeswehr unter Oberstleutnant Walter Ratzek (früher Stabsmusikkorps Bonn).
Es vertritt als repräsentatives Konzertorchester die Streikräfte bei besonderen Veranstaltungen.
Marsch von Richard Strauss
Den Auftakt machte – wie sollte es anders sein – ein Marsch, und zwar von Richard Strauss. Wer den Komponisten in dem schwungvoll dargebotenen Festmarsch zunächst nicht recht wiedererkennen wollte: Es war dessen Opus eins, das dieser als 17-Jähriger schrieb, wie Dirigent Ratzek anschließend erläuterte.
Der Oberstleutnant schwang nicht nur den Stab, sondern geleitete auch mit launigen Moderationen durchs Programm. Und das stieg gleich danach bei Wagners „Holländer“-Ouvertüre zu höchsten musikalischen Höhen auf. Exzellent die Leistungen jeder einzelnen Instrumentengruppe, packend die dynamische Steigerung zum Schluss. Dieser Hörgenuss wurde allenfalls noch getoppt vom anschließenden Werk Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“. Das Arrangement für Blasorchester bot Altbekanntes in oft ungewohntem Klang (etwa beim „Gnomus“). Fulminant auch hier die Einzelleistungen, wie das Altsaxophon-Solo beim „Alten Schloss“.
„Knaller“ am Schluss
Metierwechsel nach der Pause: Mit der Filmmusik „Songs of the Wizz“ von Quincey Jones und der „Cuban Overture“ von George Gershwin bewies das Musikkorps, dass es musikalisch auch in der Neuen Welt heimisch ist. „Knaller“ am Schluss war das Robbie-Williams-Special mit Michael Sita als Solisten. Der smarte Sänger wusste stimmlich in allen Facetten zu überzeugen – bis hin zum Williams-Falsett-Ton. Die Mettmanner applaudierten ihm genau so begeistert wie nachher dem Radetzky-Marsch als einer der Zugaben.
Der Erlös des Benefizkonzertes geht zum einen an die Aktion „Lachen helfen“, einer Initiative von Bundeswehrsoldaten für Kinder in Kriegs- und Krisengebieten, sowie an die Mettmanner Tafel. Dort werden bedürftige Menschen mit Lebensmitteln versorgt. Die Mettmanner Tafel konnte sich in der Pause über ein neues Auto freuen – gestiftet vom Lions Club und dem Autohaus Gottfried Schulz. Damit können die Lebensmittel schnell transportiert werden.
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