Mettmann: Närrische Neandertalhalle
VON DOMINIQUE SCHROLLER - zuletzt aktualisiert: 13.02.2012Mettmann (RP). Köllsche Töne bei der Karnevalsparty von Mettmann-Sport. 500 Jecken feiern ausgelassen in der Stadthalle. Die Nippeser Bürgerwehr kommt mit Musikern, Tanzmariechen und Gardesoldaten nach Mettmann.
Fleißige Bienchen, heiße Käfer, Hexen, Teufel, Clowns und Meerjungfrauen bevölkerten die Tanzfläche in der Neandertalhalle. Die schien zum Karneval de Luxe direkt am Rhein zu liegen. Die rund 500 Jecken im Saal riefen zwar wie in Düsseldorf Helau, doch die Musik kam diesmal aus Köln. Die Köllsche Band Krageknöpp sorgte mit Schunkelliedern und Klatschschlagern für Stimmung. "Die sind noch recht neu im Karneval, haben in Köln aber schon alles abgeräumt. Wir sind stolz, dass wir sie verpflichten konnten", sagte Moderator Achim Pohlmann.
Achim Pohlmann moderiert
Er hatte seine Kontakte in die Domstadt spielen lassen, um auch die Nippeser Bürgerwehr zu verpflichten. Das Traditionsgardecorps füllte mit Musikern, Tanzmariechen und Gardesoldaten in schmucken orange-weißen Uniformen in Mettmann ein und brachte die Atmosphäre der großen Sitzungen ins Neandertal. Das Publikum war begeistert. "Köllsche Karneval in Mettmann – das funktioniert", betonte Achim Pohlmann.
Bevor er jedoch die Gäste vom Rhein begrüßte, eröffneten die Gastgeber von Mettmann-Sport schwungvoll den Abend. Die 13 Damen der Aerobic-Gruppe nahmen die Narren in ihrem Flieger mit zu einer Reise durch ihr tänzerisches Repertoire. Zur Filmmusik von "Fluch der Karibik" kreuzten sie als Freibeuter ihre Säbel und als "Mr. Sexy Beat" ließen sie im engen Schwarzen und mit Hut die Hüften kreisen. Schillernd und jeck kehrten sie mit "Viva Colonia" in die Heimat zurück.
Närrisch sangen die Passagiere im Saal aus voller Kehle mit, beklatschten Pyramiden, Hebefiguren und akrobatische Elemente und entließen die Damen erst nach einer gebührenden Zugabe. "Es war toll. Wir haben die richtige Musik ausgewählt und die Zuschauer mitgerissen", sagte Ulla Stein nach ihrem Auftritt noch ganz außer Atem, aber mit einem strahlenden Lächeln. "Die Generalprobe gestern war eine Katastrophe. Alles ist erst in letzter Minute fertig geworden."
Die gesamte Choreografie ihres Auftritts hat die Gruppe in eigener Regie auf die Beine gestellt. Eine Trainerin gibt es nicht, Entscheidungen fällen die Damen demokratisch. "Jeder bringt sich ein. Einige nähen die Kostüme, andere kümmern sich um die Musikauswahl oder die tänzerischen Elemente", berichtet Ulla Stein. Zusammen mit einigen anderen Gruppenmitgliedern hat sie vor 30 Jahren als Turnerin im Verein angefangen. "Dann sind einige schwanger geworden und vor 14 Jahren sind wir vom Turnen zum Tanzen gekommen." Schnelle Schritte, gekonnten Hüftschwung und kreative Kostüme brachte anschließend die Ruhrgarde aus Mülheim auf die Bühne. Die rund 30 Mädchen luden zum Karneval in Rio ein.
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