Erkrath: Narren feiern ausgelassen
VON GUNDEL SEIBEL - zuletzt aktualisiert: 07.02.2010 - 15:30Düsseldorf (RPO). Wieder einmal hatte die Erkrather Karnevalsgesellschaft von 1963, "Die Letzten Hänger", einen Zug organisiert, der "dörflichen" Karneval perfekt symbolisierte. Lokale Spitzen gehören zum närrischen Lindwurm dazu.
Im 21. Jahr neuer Zeitrechnung setzte sich am Samstag um 14.11 auf dem Gerberplatz in Erkrath ein Karnevalsumzug in Bewegung, der bunter und fröhlicher kaum sein konnte. Wieder einmal hatte die Erkrather Karnevalsgesellschaft von 1963, "Die Letzten Hänger", einen Zug organisiert, der "dörflichen" Karneval perfekt symbolisierte. Der Zug war gefühlte zwei Kilometer lang, die Narrenschar am Straßenrand ging in gefühlte Tausende. Zählen war da und dort genau so wenig möglich wie das Wiegen der Kamellen. In diesem Jahr hat zum ersten Mal der neue Vereinspräsident, Dieter Schumacher, für die Organisation gesorgt. Richard und Angelika Voges, vormals Vorstand und Vordenker, hatten die organisatorische Arbeit gut vorbereitet. Glück mit dem Wetter hatten die Erkrather Narren auch in diesem Jahr. Das Thermometer kletterte auf 5 Grad plus. Für viele Jecken war die Stimmung bei gefühlten 20 Grad plus. Die handgebastelten Wagen transportierten Karnevalsfreunde mit viel Spaß an der Freud.
Lokale Spitzen
Wichtige Mitteilungen auf den Karnevalswagen: Feuerwehr Erkrath, Löschzug 1: "Damals so wie heute, Raubritter beklauen die Leute". SSV - "Ob schwarz, ob weiß – beim SSV sind alle gleich" und "Bei uns spielt Rechts keine Rolle". Kreuzeck-Fußballer: Sind schon für Afrika nominiert Alibaba (Alfred Nieck) und die 20 Weiber! Ohne Motto!
Prinzenpaar mit Gefolge
Die dichtgedrängte Narrenschar – vor allem auf der Bahnstraße – schunkelte, sang, begrüßte die Karnevalsaktiven mit Helau-Rufen und forderte Narrenzoll in Form von Kamellen und anderem Wurfmaterial. Die Unterbacher Karnevalsfreunde hatten natürlich wieder ihr diesjähriges Oberhaupt, Prinz Georg I. und ihre Lieblichkeit Prinzessin Judith I., samt riesengroßem Gefolge über den Berg geschickt. Und weil der Prinz in diesem Jahr ein ganz besonderer ist, nämlich Diakon Georg Braun von der katholischen Kirchengemeinde Erkrath/Unterbach, fuhr sein Wagen auch ganz vorne im Zug, den Hoheiten angemessen. Ihnen folgten die "Kinder Gottes dieser Welt", im vorigen Jahr noch bildeten sie das Umzugsende. Die vielleicht zahlenmäßig größte Truppe bildeten die St. Sebastianer mit Wagen (Größter Karnevalszug an der Düssel) und großem Fußvolk, mittelalterlich gewandet. Den Vereinschef Dr. Thomas Kirchhoff zierte lediglich die Narrenkappe. Zu Fuß unterwegs musste der seine Augen überall und die Übersicht haben.
Überhaupt, die Fußtruppen, die waren schick, einfallsreich und komisch. Und die vielen Musikanten natürlich auch. Die kamen zum Beispiel aus Wuppertal (Bienen Maja), aus Essen Burgaltendorf und aus Hubbelrath (Dorfmusikanten). Die Prinzengarde aus Attendorn ist aus dem Erkrather Zug nicht wegzudenken. Sie kommen ganz treu jedes Jahr. Außer Konkurrenz und vorsichtig am Rande ritt der schwarze Ritter Dirk Hanten auf seinem Rappen. Aber Marie, 5 Monate alt, durfte im Zug mitfahren. Die Oma, mittelalterliche Köchin, war Gefährtführerin.
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