Erkrath: Neue Strecke für den Bürgerbus
VON OLIVER WIEGAND - zuletzt aktualisiert: 10.02.2011Düsseldorf (RPO). Die ehrenamtlichen Fahrer in Alt-Erkrath befördern im Schnitt sechs Fahrgäste pro Tour. Wegen desgroßen Erfolges soll die Strecke erweitert werden. Zusätzliche Haltestellen müsste allerdings die Stadt bezahlen.
Der im September vergangenen Jahres gestartete Bürgerbus in Alt-Erkrath scheint ein voller Erfolg zu werden. "Wir haben im Schnitt sechs Fahrgäste pro Tour, angestrebt waren nur drei", sagt Initiator Jürgen Hampel. Einen Fahrgastrekord gab es im verschneiten Dezember, als viele Erkrather ihre Autos stehen ließen. Stolze 1322 Bürger nutzten die Haltestellen des Bürgerbusses und ließen sich von den ehrenamtlichen Fahrern zum Fahrpreis von 1,50 Euro durch Alt-Erkrath chauffieren. Aufgrund des großen Erfolges soll das Angebot nun erweitert werden.
Der Bürgerbusverein würde gerne eine neue Strecke westlich des Wohngebiets an der Morper Allee (Freiheit-, Düsselstraße) anbieten. Darüber hinaus sollen zusätzliche Haltestellen im Bereich der Falkenstraße bis hin zur Fasenenstraße angeboten werden. Auch den Alt-Erkrather Friedhof soll der Bürgerbus demnächst von oben anfahren können.
Partner Rheinbahn
Die Rheinbahn ist Halter des Fahrzeugs und hat für den rund 55 000 Euro teuren Bus rund 32 000 Euro aus Zuschüssen des Landes NRW erhalten.
Die restlichen 23 000 Euro muss in den kommenden Jahren der Bürgerbusverein stemmen. Wahrscheinlich liegt das Defizit bei nur noch 2000 Euro.
Durch die Fußgängerzone
Darüber hinaus soll die gesamte Fußgängerzone an der Bahnstraße vom Bus passiert werden können, erklärt Jürgen Hampel. Der Bürgerbus soll künftig wie eine Art großes Kleeblatt durch Alt-Erkrath fahren. Zentrum ist die Bahnstraße, in Schleifen geht es durch die Wohngebiete. Wenn alles klappt, könnte schon im Juni der neue Fahrplan in Kraft treten. Doch zuvor hat die Stadt noch ein Wörtchen mitzureden. Zunächst muss mit der Rheinbahn gesprochen werden, denn der Bürgerbus darf den vorhandenen Buslinien keine "Konkurrenz" machen.
Auf die Stadt kommen aber auch Kosten für die Einrichtung von zusätzlichen oder Verlegung vorhandener Haltestellen zu. Wie viel die Stadt bezahlen muss, ist noch nicht sicher. Allerdings müssen die Politiker in der nächsten Sitzung des Planungsausschusses darüber beraten, ob sie mehr Geld für den Bürgerbus ausgeben wollen. Was sich jetzt schon abzeichnet, ist allerdings, dass der Bürgerbus aufgrund der guten Fahrgastzahlen ein erheblich geringeres Defizit einfahren wird, als zuvor erwartet.
Mit bis zu 10 000 Euro Minus hatte Hampel gerechnet, wahrscheinlich werden es aber weniger als 2000 Euro sein. So hätte die Stadt sogar 8000 Euro gespart. Nicht gespart mit guter Laune wird offenbar auf den Touren des Bürgerbusses. Viele Fahrer und Fahrgäste kennen sich mittlerweile. "Wir bekommen sogar Trinkgelder", freut sich Hampel. Aber auch über eine Packung "Merci-Schokolade oder selbst gepflückte Walnüsse aus dem heimischen Garten haben sich die Fahrer schon gefreut. "Einigen Fahrern macht das so viel Spaß, die wollen am liebsten jeden Tag fahren", sagt Hampel. Fahrer werden noch gesucht. Einen Rollstuhl können die ehrenamtlichen Fahrer auch mitnehmen. Auch Hunde werden befördert.
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