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Wülfrath: Neuer Vorstand gesucht

VON JOCHEN DELPHENDAHL - zuletzt aktualisiert: 11.03.2010 - 17:45

Düsseldorf (RPO). Der Trägerverein muss bei der Jahresversammlung die Wahlen verschieben.

Die alte Führung ist zerstritten. Es gibt keine Bewerber für den Vorsitz. Mitglieder sind verwirrt bis entsetzt.
Keine Freude an der Jahresversammlung haben am Vorstandstisch (v.l.): Dr. Ulrich Mairose, Karin Klostereit, Rosel Lutz-Brenger, Marcus Graser, Michael Sawatzki und Christa Hoffmann.   Foto: RPO
Keine Freude an der Jahresversammlung haben am Vorstandstisch (v.l.): Dr. Ulrich Mairose, Karin Klostereit, Rosel Lutz-Brenger, Marcus Graser, Michael Sawatzki und Christa Hoffmann. Foto: RPO

"Gott schütze dieses Haus" steht auf einem Holzteller an der Eingangstür des Vorführraums des Niederbergischen Museums. Als dort die Jahresversammlung des Trägervereins am Mittwochabend nach gut zwei Stunden zu Ende ging, wussten die etwa 80 Teilnehmer, dass das geliebte Heimatmuseum diesen Schutz gut brauchen kann. "Sie werden eine schwere Sitzung erleben", hatte Dr. Ulrich Mairose, 2. Vorsitzender und Versammlungsleiter bei der Begrüßung angekündigt. Es wurde wahrlich eine denkwürdige Veranstaltung, die Verwirrung, Kopfschütteln und auch Entsetzen auslöste.

Streit schwelt seit langem

Fazit des offenbar seit langem schwelenden Streits und endloser Querelen in der Vereinsführung: Der Vorstand trat zur Wahl nicht mehr an. Für Juni ist eine außerordentliche Versammlung geplant, bis dahin werden kommissarisch Ulrich Mairose und Karin Klostereit die Vorstandsgeschäfte führen. Er wird sich vor allem der Kandidatensuche, die Kassiererin den Vereinsfinanzen widmen. Da gibt es bei Ausgabeverpflichtungen von knapp 100 000 Euro im Jahr viel zu tun. Bei der Vereinsgründung 2006 war mit Kosten von 75 000 Euro gerechnet worden. "Hätten wir diese Riesensumme gewusst, wären wir vielleicht zurückgeschreckt."

Info

Kein Eintrittsgeld mehr

Mit großer Mehrheit stimmte die Versammlung dafür, für den Museumsbesuch keinen Eintritt mehr zu nehmen.

Stattdessen wird um eine Spende gebeten.

Zum einen, weil die meisten Besucher zu Veranstaltungen kommen, für die sie ohnehin ihren Kostenbeitrag leisten.

Zum anderen, weil die Erfahrung gezeigt hat, dass Einzelbesucher gerne spenden und oft mehr als das Eintrittsgeld.

Hätte der Gründungsvorstand geahnt, wie schwierig die Zusammenarbeit werden würde, wäre er in dieser Formation sicherlich nicht angetreten. Einen ersten Vorgeschmack erhielt das Publikum, als Paul Brenger vor Eintritt in die Tagesordnung vom Zuhörerplatz aus fragte: "Was macht Herr Sawatzki auf der Vorstandsbank?" Der Vorstand hat ihn kommissarisch berufen, antworte Mairose. Kurz darauf fragten sich Versammlungsteilnehmer: Was macht eigentlich Rosel Lutz-Brenger auf der Vorstandbank? Denn gerade hatten sie erfahren, dass die Gründungsvorsitzende mit Schreiben vom 4. März ihren sofortigen Austritt aus dem Verein und für den 10. März den Rücktritt vom Vorsitz erklärt hatte.

Auf die Frage nach dem Warum antwortete die 85-Jährige: "Ich hatte das Gefühl, es wurde gegen mich gearbeitet. Ich möchte das nicht weiter vertiefen." Dies wollte auch Ulrich Mairose nicht: "Ich stehe für kein Amt zur Verfügung. Es gibt Grenzen." Und die waren für ihn offenbar deutlich überschritten worden, denn er blieb auch hart, als Rosel Lutz-Brenger ihn aufforderte, den Vorsitz zu übernehmen. Dies wollte sie dann später auch nicht, als sie gefragt wurde, ob sie kandidieren wolle. Mairose sagte zu, den Trägerverein weiter mit Rat und Tat zu unterstützen und bis zur Vorstandswahl die Geschäfte zu leiten.

Suche nach Erklärungen

Auf der Suche nach Erklärungen für die zerrüttete Vorstandsbeziehung erinnerten sich Mitglieder beim Verlassen des Museums an die Gründungsversammlung am 17. Mai 2006 und eine Aussage von Rosel Lutz-Brenger. Die RP berichte am Tag danach: "Sie dankte für die Wahl und für die Bereitschaft, sich fürs Museum zu engagieren. Mit Blick auf ihr Alter deutete die 81-jährige an, dass sie nur für eine begrenzte Zeit den Trägerverein führen wird. Ihr sei es darum gegangen, mit für einen guten Start zu sorgen." Offenbar gab es über die Länge der Zeitbegrenzung völlig unterschiedliche Ansichten.

Quelle: RP

 
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