Mettmann: Nur ein kleiner Stich
VON SIMONE KAMPF - zuletzt aktualisiert: 14.11.2009Düsseldorf (RPO). Reportage Betriebsarzt Klaus Halbedel impft Mitarbeiter des Seniorenheims St. Elisabeth gegen Schweinegrippe. Auch Hilfskräfte der Feuerwehr lassen sich immunisieren.
Die große Uhr schlägt Eins und Betriebsarzt Klaus F. Halbedel wird bereits im Haus St. Elisabeth erwartet. Im Personal- und Frühstücksraum werden gleich die Mitarbeiter aus Pflege, Küche, Verwaltung und sozialem Dienst gegen die Schweinegrippe geimpft. Insgesamt haben sich über 30 Mitarbeiter für die Immunisierung angemeldet. Bisher sind keine Fälle des H1N1-Virus im Haus bekannt, weder bei den Bewohnern noch beim Personal.
Spritzen und Pflaster
"Es war mir wichtig, die Impfung der Mitarbeiter als betriebliche Arbeit anzubieten", sagt Stephan Wigge, Geschäftsführer des Hauses St. Elisabeth. "Ich möchte meine Mitarbeiter noch mehr motivieren, sich zu schützen und den Erreger Dank der Impfung nicht weiterzutragen." Da trifft auch schon der Arzt ein, bepackt mit einem Arztkoffer und einem großen, grünen Korb. Es kann also losgehen.
Risikogruppen
Zu den Risikogruppen gehören chronisch Kranke, Schwangere und Menschen, die älter als 60 Jahre sind.
Ebenfalls gefährdet sind Beschäftigte im Gesundheitswesen und der Wohlfahrt, weil durch den engen Kontakt mit Patienten ihr Ansteckungsrisiko besonders hoch ist.
Im Personalraum gibt es eine Einbauküche, eine große blaue Couch und mehrere zusammengestellte Tische. Darauf platziert Halbedel seinen Koffer und packt Desinfektionsspray, Spritzen und Pflaster aus. Die Mitarbeiter tummeln sich bereits vor dem Personalraum und warten auf Anweisung. Nachdem der Betriebsarzt seine Impfdosen bereit gelegt hat, kann es losgehen. Als erster ist Stephan Wigge an der Reihe. Halbedel fragt, ob er Rechts- oder Linkshänder sei und greift sich den linken Arm. Er erklärt, dass Rechtshändern die Impfung in den linken Arm gesetzt wird und desinfiziert die Stelle. Ohne eine Miene zu verziehen, lässt Wigge den kleinen Stich über sich ergehen. "Nachdem die Schweinegrippe ausgebrochen ist, haben sich viele Leute überlegt, sich doch besser impfen zu lassen. Aufgrund des knappen Impfstoffs werden Risikogruppen, wie die Mitarbeiter des Pflegeheims, zuerst geimpft", sagt Halbedel. Er erklärt, dass die normale Grippe-Impfung in den seltensten Fällen Nebenwirkungen habe. So verhalte es sich auch mit der Impfung gegen die Schweinegrippe.
Unterschrift auf Impfbogen
Nach jeder Impfung unterschreibt Halbedel den Impfbogen und gibt dem Patient das Original zurück. Die Durchschriften sammelt er vor sich auf dem Tisch. "Wenn alles gut vorbereitet ist, können pro Stunde 30 Menschen geimpft werden", sagt er. Während der nächsten Impfungen muss Halbedel die Patienten immer wieder beruhigen. Eine Mitarbeiterin des Pflegeheims scheint ziemlich nervös zu sein und stöhnt. Während der Arzt die Spritze ansetzt, schaut sie ängstlich weg und gibt zu, sie habe sich erst vor fünf Minuten für die Immunsierung entschieden, weil ihre Kolleginnen sich auch alle impfen lassen. Darüber freut sich Halbedel, denn die Impfung im Haus wurde durch die Heimleitung angeregt, was er sehr befürwortet. Halbedel hat die Impfung schon in einigen Heimen vorgenommen und wird in der kommenden Woche die Mitarbeiter der Seniorenparks "carpe diem" in Mettmann und Velbert-Langenberg impfen.
Am Abend ist der Betriebsarzt bei der Mettmanner Feuerwehr. Dort haben sich 25 Einsatzkräfte gemeldet, die sich gegen die Schweingerippe impfen lassen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum