Mettmann Erkrath: Open-Air-Gottesdienst an der Fundstelle
zuletzt aktualisiert: 13.09.2006Düsseldorf (RPO). Vor 150 Jahren wurde das Skelett des heute weltberühmten Urmenschen im Steinbruch im Neandertal entdeckt. Dieses Jubiläum ist dem Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf/Mettmann und der Katholischen Kirche Anlass für eine Rückbesinnung in Form eines Gottesdienstes unter freiem Himmel.
Was heute Anlass zum Feiern ist, war seinerzeit für die meisten Zeitgenossen ein Skandal. Die Menschheit stürzte von der Krone der Schöpfung zum sprachbegabten und technisch kreativen Verwandten ihrer haarigen Vettern. Sie war nicht nicht länger Werk einer göttlichen Schöpfung, sondern Produkt des Zufalls und der Naturgesetze. Der Neandertaler brachte ein Weltbild zum Einsturz und entzündete die große Streitfrage, die Menschen tief verstörte: Schöpfungsglaube oder Evolutionstheorie?
Christen der heutigen Zeit sehen darin keinen Widerspruch mehr, meint Pfarrerin Diemut Meyer. Für die Menschen lasse sich das Geheimnis der Schöpfung im Kontext des modernen evolutionären Weltbildes zum Ausdruck bringen. Naturwissenschaften und Theologie sähen sich nicht mehr als Kontrahenten, sondern würden aufeinander zu gehen. Anlässlich des Jubiläums des berühmtesten Mettmanners wagen das Neanderthal-Museum und die Kirchen den Dialog. Herausgekommen ist dabei ein ungewöhnliches, bisher niemals gewagtes Projekt: Im Jahr des Neanderthalers laden die Katholische Kirche und der Evangelische Kirchenkreis zu einem Gottesdienst an der Fundstelle ein. Die Predigt halten Superintendent Frank Weber und Kreisdechant Winfried Motter. Der Posaunenchor „Neandertal Brass“ begleitet den Gottesdienst.
Sa. 16. September, 16 Uhr, Neanderthal Museum, Talstraße 300, Telefon 0 21 04/ 9 79 70.
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