Mettmann: Parken mit dem Handy zahlen
VON JÜRGEN FISCHER - zuletzt aktualisiert: 08.02.2010 - 18:15Düsseldorf (RPO). Als dritte Stadt in NRW und erste im Kreis führt Mettmann mobiles Bezahlen ein. Der Fahrer entrichtet seine Parkgebühr, indem er eine SMS mit seinem Kennzeichen und der gewünschten Parkdauer verschickt.
Mit dem Handy können die Mettmanner ab sofort ihre Parkgebühren zahlen. Mit dem neuen Bezahlmethode ist die Stadt Mettmann technologisch Vorreiter in NRW. Nur Arnsberg und Bocholt haben ein solches System. Bürgermeister Bernd Günther und Andreas Gnad von der Firma Sunhill Technologies stellten das Handy-Parken gestern vor.
Das virtuelle Parkticket wird gelöst, indem der Autofahrer eine SMS an eine Telefonnummer schickt, die an den Parkscheinautomaten ausgewiesen ist. Die SMS muss das Kennzeichen des geparkten Fahrzeugs enthalten. Durch einen Punkt abgetrennt kann dann noch die gewünschte Parkdauer angegeben werden (".1" für eine Stunde, ".2" für zwei Stunden). Der Parker oder die Parkerin erhält nach wenigen Sekunden eine SMS mit der Bestätigung, dass die Parkgebühr gezahlt ist und bis wann das Ticket gilt. Die Gebühr wird mit der Handyrechnung eingezogen.
Virtuelles Ticket
20 Städte deutschlandweit haben das SMS-Parken bereits eingeführt. Mit zehn weiteren steht das Unternehmen Sunhill Technologies derzeit in Verhandlung.
Monatlich laufen bereits zwei Millionen Buchungen über das System sms & park von Sunhill. Damit ist das Unternehmen in Europa Marktführer, gibt es an.
Vorteile Der Parker braucht kein Kleingeld und keine Geldkarte, er muss zum Verlängern der Parkzeit nicht zum Auto laufen.
Nachteil Ohne Handy geht nichts, die Kosten einer SMS kommen zur Parkgebühr hinzu.
Beim Friseur nachbuchen
Dauern der Einkauf oder der Besuch beim Friseur dann doch länger, schickt der Parker eine zweite SMS hinterher und verlängert seine Parkzeit. Dies funktioniert, bis die maximale Parkzeit erreicht ist. Dann bucht das System kein weiteres Ticket. Zehn Minuten vor Ablauf erhält der Kunde übrigens eine SMS mit der Nachricht, dass seine Parkzeit bald beendet ist. Das Verfahren ist für den Kunden bis auf die erste SMS, mit der er sein Ticket bestellt, kostenfrei.
Die Kontrolleure der Stadt haben künftig iPhones. Diese ersetzen die früheren, unhandlichen Geräte. Liegt in einem Wagen nun kein Parkschein, tippt die Politesse das Kennzeichen des Wagens ins Handy und weiß nach Sekunden, ob der Fahrer die Gebühr entrichtet hat. Falls nicht, wird die Ordnungswidrigkeitenanzeige mit dem iPhone gleich hinterher geschickt. Hinter den Scheibenwischer kommt ein Kärtchen, das dem Fahrer teure Post ankündigt.
Kostenfreies Parken in der ersten halben Stunde gibt es weiterhin. Der Fahrer muss dazu wie gewohnt die "Brötchentaste" am Parkautomaten drücken. Braucht er den Parkplatz dann doch länger, kann er wie beschrieben weitere Parkzeit per Handy buchen.
Bürgermeister Günther freut sich, weil das System soviel kostet wie ein Parkautomat, und von denen hat die Stadt immerhin 32. Zudem kosten die benötigten iPhones weniger als die herkömmlichen Geräte der Politessen, die demnächst hätten ersetzt werden müssen.
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