Mettmann: Pfarrvikar lebt sich ein
VON KLAUS MÜLLER - zuletzt aktualisiert: 08.08.2012Mettmann (RP). Pastor Gregor Schulte hat sein Amt in der Pfarrei St. Lambertus angetreten. Er war zuletzt als leitender Pfarrer in Leverkusen tätig und fühlt sich in seiner neuen Position degradiert.
Pastor Gregor Schulte hat sein Amt als neuer Pfarrvikar der katholischen Pfarrei St. Lambertus angetreten. In seiner Wohnung an der Berliner Straße 19 stehen noch Umzugskisten. Für ihn ist es etwas ungewohnt, in einer normalen Mietwohnung zu leben. "Als Pfarrer in Leverkusen hatte ich eine Dienstwohnung mit großzügigem Arbeitszimmer und anderen Annehmlichkeiten."
Er macht keinen Hehl daraus, dass er sich an die veränderte berufliche Lage gewöhnen muss. "Wenn man 15 Jahre als Pfarrer, zuletzt sogar als leitender Pfarrer tätig war, ist es schon eine Umstellung, danach als Pfarrvikar zu arbeiten." Auf Nachfrage gibt er zu, dass er sich degradiert fühlt. Zumal er viel Energie dafür aufgewendet habe. sechs selbstständige Gemeinden in eine Fusion zu führen, die zum 1. Januar dieses Jahres wirksam wurde.
Kreuzberg tritt kürzer
Ein Pfarrvikar ist wie ein Kaplan ein Priester in der Seelsorge, der aber nicht mit Verwaltungsaufgaben belastet ist.
Der bisherige Pfarrvikar, Pastor Christian Kreuzberg, tritt zum 1. September in den Ruhestand und ist dann als Subsidiar für die Pfarrei St. Lambertus tätig.
Verwalten war keine Belastung
"Das Amt des Pfarrers hat mir viel Freude bereitet. Im Gegensatz zu manch anderen Kollegen bedeuteten für mich die damit verbundenen Verwaltungsaufgaben keine Belastung." Im Gegenteil – er habe die Verwaltung bei der wichtigen Seelsorge als Steuerungsinstrument genutzt. Außerdem müsse ein Pfarrer delegieren können. "Dies heißt aber auch, dass die Kontrollfunktion nicht vernachlässigt werden darf."
Der 53-Jährige blickt aber nicht nur zurück. "Ich werde alles dafür tun, in meiner neuen Funktion als Pfarrvikar Akzente zu setzen." "Es sieht ja so aus, dass wir in der Pfarrei St. Lambertus fast ein komplett neues Seelsorge-Team bekommen."
Geboren wurde Gregor Schulte in Wuppertal. Nach dem Abitur leistete er seinen Wehrdienst. "Damals hatte ich mich sehr gut mit dem Militärpfarrer verstanden. Das war für mich ein wichtiger Anstoß, Priester zu werden."
Selbstverständlich sei er zuvor in der Jugend Messdiener und später Pfarrjugendleiter gewesen. Nach dem Studium der Geschichte, Philosophie und Theologie und der Priesterweihe im Jahr 1988 war er als Kaplan in Troisdorf, Wesseling und Hilden tätig, ehe er 1997 zum Pfarrer in Leverkusen ernannt wurde. Pastor Gregor Schulte bezeichnet sich als liberal-konservativ.
Der Ökumene gegenüber zeigt er sich recht aufgeschlossen, wobei er deutlich macht, dass beide Seiten ihre Positionen deutlich machen sollten und nichts verwischt werden darf. "In meiner früheren Gemeinde in Leverkusen habe ich gut mit dem evangelischen Pfarrer zusammengearbeitet."
Er gibt zu, dass er ein kritischer Geist sei. "Schon meine Oma hat gesagt, dass ich niemals ein Meister der Diplomatie werde."
Pastor Schulte ist Liebhaber der Kunst und der Kultur. Seinen Urlaub verbringt er gern in Israel. "Von diesem Land bin ich fasziniert. Dort habe ich gute Kontakte", sagt er abschließend.
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