Erkrath: Pipeline: Pro und Kontra
zuletzt aktualisiert: 13.11.2007Düsseldorf (RPO). „Was Bayer hier mit seiner Roadshow macht, kommt leider zwei Jahre zu spät.“ Rolf Portier von der Initiative „Bau-Stopp der Bayer-Pipeline“ und einige Mitstreiter bildeten am Samstag Vormittag den Gegenpol zum Infostand der Firma Bayer MaterialSience (BMS) unter der Markthalle und verurteilten das Vorgehen des Konzerns aufs Schärfste.
Beide Stände hatten regen Zulauf interessierter Bürger, die Pipeline-Gegner freuten sich sogar über 120 neue Protestunterschriften. „Man sieht auch heute wieder, dass das Thema mittlerweile weit verbreitet ist“, erklärte Portier. Auch Gerd Dressen, BMS-Pressesprecher, zog ein positives Fazit aus der Erkrather Erfahrung. „Wir versuchen auf diese Weise, die Menschen zu informieren und dem Bayer-Konzern ein Gesicht zu geben.“ So seien viele Gespräche und Diskussionen entstanden. „Im Vorfeld hatte ich mit mehr Unmut gerechnet.“ Den habe es zwar auch gegeben, aber die meisten Bürger seien an Aufklärung interessiert gewesen.
Mit einer Ausstellung sowie medialen Präsentationen informierte der Konzern über den Sinn und Zweck der Kohlenmonoxid-Leitung sowie deren Sicherheitsaspekt. „Die Pipeline ist sicher. Es gibt keine bessere in Deutschland“. Den Vorwurf der Baustopp-Initiative, Bayer würde den Pipeline-Bau unter anderem mit dem Erhalt von Arbeitsplätzen begründen, plane jedoch trotzdem Entlassungen, wirft Dreßen zurück. „Ein Stellenabbau in der Kunststoffsparte ist zwar geplant, soll aber sozial verträglich ablaufen und das hat nichts mit dieser Leitung zu tun.“ Nur so könne der Konzern auf Dauer wettbewerbsfähig arbeiten.
Die Protestler sehen dies anders. „Womöglich trennt sich Bayer bald von BMS. Wer weiß, gegen wen wir morgen kämpfen.“ Die Kohlenmonoxid-Pipeline sei schließlich ein gutes Argument für einen späteren Verkauf. Deren Unmut richtet sich jedoch nicht ausschließlich gegen das Leverkusener Unternehmen, sondern auch gegen die Bezirks- und Landesregierung, die endlich Verantwortung für ihre Fehler übernehmen sollen. „Wir fordern die Politiker auf, sich mit uns zusammenzusetzen“, betont Marlis Elsen.
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