Mettmann: Rentner fährt Lebensmittel aus
VON MANFRED MÜSCHENIG - zuletzt aktualisiert: 08.09.2010Düsseldorf (RPO). Michael Christ fährt einen Kühlwagen für die Mettmanner Tafel, mit dem er Lebensmittel in den Geschäften abholt. Dass er manchmal Bananen- und Kartoffelkisten stemmen muss, macht ihm nichts aus.
Sein Interesse an der Aquarellmalerei ist letztlich der Grund, warum Michael Christ sich seit drei Jahren ehrenamtlich für die Mettmanner Tafel engagiert. Die Tafel versorgt Menschen mit geringem Einkommen mit kostenlosen Lebensmitteln. In der Aquarellgruppe des Netzwerk-Treffs wurde er von der hauptamtlichen Mitarbeiterin Margret Sönnichsen gefragt, ob er bereit wäre, ein Ehrenamt zu übernehmen. Er ließ sich nicht lange bitten, sagt er heute. Allerdings war der Vorschlag, sich um Demenzkranke im Seniorenheim St. Elisabeth zu kümmern, ihm zu speziell, räumt er ehrlich ein. "Für so etwas bin ich nicht ausgebildet. Da hätte ich zunächst einige Schulungen machen müssen." Er übernahmen lieber einen Fahrdienst, und auch körperliche Arbeit war für ihn kein Problem.
Offene Tür der Tafel
Über 50 ehrenamtliche Helfer engagieren sich in verschiedenen Bereichen der Mettmanner Tafel, übernehmen Aufgaben vom Fahrdienst bis zur Ausgabe der Speisen. Weitere Unterstützung ist willkommen.
Interessenten melden sich unter Tel. 02104 144408 oder 0162 4874388 oder kommen zum Tag der offenen Tür am 2. Oktober, 11 bis 15 Uhr, in die Räume an der Eichstraße 8.
Inzwischen fährt Michael Christ regelmäßig den Kühlwagen, mit dem die Lebensmittel für die Tafel bei den Geschäften abgeholt werden. Sehr viel Gemüse, aber auch Milch- und Fleischprodukte, die dort aus den Regalen aussortiert wurden, vielleicht wegen kleiner Macken an der Verpackung oder weil sie kurz vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum stehen, werden von der Tafel an Bedürftige weitergegeben. Doch Christ sitzt nicht nur hinterm Steuer, er verstaut die Kisten auch im Fahrzeug und sortiert sie in die Kühlbox auf dem Gelände der Tafel ein. Je nach Ware ist da einiges zu schleppen, berichtet der 64-Jährige, vor allem Kisten mit Kartoffeln und Bananen hätten ein stolzes Gewicht.
Hamburger zum Null-Tarif
Etwa 70 bis 80 Personen nutzten dieses Angebot, und da es sich meist um Familien handelt, die dieser Unterstützung bedürfen, werden vermutlich insgesamt rund 300 Mettmanner damit erreicht. Gelegentlich kommen sogar größere Mengen an Hamburgern und anderen Produkten eines Fast-Food-Herstellers aus dem linksrheinischen Raum hinzu, wenn dort zuviel produziert wurde.
Im Moment befindet sich Christ noch in der passiven Altersteilzeit-Phase, doch in Kürze wird er 65 Jahre alt. Nach 46 Dienstjahren, zunächst als Werkzeugmacher, zuletzt als Gruppenleiter in der CNC-Programmierung, geht er vorzeitig in den Ruhestand. Um sich dann aber gleich intensiv fürs Ehrenamt einzusetzen.
Zum alten Eisen zählt sich Christ noch lange nicht: Zweimal pro Woche joggt er jeweils 11 Kilometer) und macht Gymnastik beim Netzwerk. Wenn das Wetter es zulässt, ist er mit seinem Motorrad unterwegs. Dieses Jahr sei leider dazu noch nicht viel Gelegenheit gewesen, bedauert er, im Juli war es zu heiß, im August zu nass.
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