Erkrath: Ringen um die Bavierschule
VON OLIVER WIEGAND - zuletzt aktualisiert: 23.10.2010Düsseldorf (RPO). Zu wenig Anmeldungen machen der Grundschule das Leben schwer. Die Erkrather FDP sagt, die Grundschule Falkenstraße ist nun doch für einen Verbund. Damit wäre endlich eine Lösung in Sicht.
In Alt-Erkrath tobt eine heftige Auseinandersetzung um die Zukunft der Bavierschule. Noch bis Ende der nächsten Woche können Eltern ihre Kinder an der Grundschule in der Nähe des Neubaugebiets Posemarré anmelden. Aber: "Keiner weiß, wie er sich verhalten soll, ob es sich überhaupt lohnt, seine Kinder an der Bavierschule überhaupt noch anzumelden", sagt Marc Hildebrand, schulpolitischer Sprecher der CDU. Er wirft der Mehrheit aus SPD, BmU und Grünen eine "unglaubliche Verzögerungstaktik" vor. Das habe dafür gesorgt, dass sich nun einige Eltern für die Grundschulen in Unterbach – wohlgemerkt auf Düsseldorfer Stadtgebiet interessieren.
Mindestens 18
Schon seit Jahren sind die Schülerzahlen in Alt-Erkrath rückläufig. An an der Bavierschule gab es Probleme, eine neue erste Klasse zu bilden.
18 Kinder müssen mindestens für eine Klasse angemeldet werden, sonst droht die Schulaufsicht mit der schrittweisen Schließung der Schule.
Kinder umverteilen
Problem: An der Bavierschule müssen sich mindestens 18 Kinder anmelden. Ist das nicht der Fall, wird die Bezirksregierung die Schule innerhalb von drei Jahren schließen. Mögliche Lösung könnte eine Verbundschule im Zusammenarbeit mit der Falkenstraße sein. Doch bislang waren die Lehrer der Falkenstraße immer gegen eine Zusammenarbeit mit der Bavierschule. Doch nun scheint eine Lösung des Problems gar nicht mehr in allzu weiter Ferne zu liegen. Denn Inge Berkenbusch, Fraktionsvorsitzende der FDP, hat exklusiv von der Schulleitung erfahren, dass die Grundschule Falkenstraße nun für einen Verbund mit der Bavierschule ist. Woher dieser plötzliche Sinneswandel kommt und wie die unterschiedlichen Bildungswege Montessori und Regelzweig miteinander in Einklang zu bringen sind, darüber wird noch zu reden sein. Wenn der Schulausschuss in seiner Sitzung am 2. November zustimmt, dann wäre der Verbund beschlossene Sache. CDU und FDP sind auf jeden Fall dafür, Teile der BmU haben ebenfalls ihre Zustimmung signalisiert. Bei der letzten Abstimmung war nur eine Mehrheit von 24 zu 22 Stimmen gegen den sofortigen Verbund. Das kann jetzt kippen.
Zwar müssen rein formal mindestens 18 Kinder eigenständig an der Bavierschule angemeldet sein. Aber in Zusammenarbeit mit der Falkenstraße könnte man dafür sorgen, dass einige Kinder entsprechend umverteilt werden. Damit wäre der monatelange Hick-Hack in vorletzter Minute beinahe glücklich beendet.
Weil immer mehr Mütter berufstätig sind, kommt es den Eltern vor allem auf Planungssicherheit in puncto Offene Ganztagsbetreuung auch am Nachmittag an. In den letzten Tagen herrschte deshalb große Unsicherheit. Anwohner berichten, dass Eltern ihre Kinder lieber "sicherheitshalber" schon mal an der Falkenstraße anmeldeten, nur um den OGS-Platz zu sichern. Doch der Verbund wird aller Voraussicht nach nicht die endgültige Lösung in der Alt-Erkrather Grundschullandschaft sein. Über kurz oder lang werden beide Schulen auch räumlich zusammen gelegt. Genauere Prognosen und Auskünfte werden dazu im Schulentwicklungsplan zu finden sein, der derzeit erstellt wird. Neuer Standort könnten die Räume der in drei Jahren endgültig aufgelösten Albert-Schweitzer-Hauptschule in Erkrath sein.
"BmU kann Wasser nicht halten"
Der Erkrather SPD-Fraktionschef Detlef Ehlert appelliert unter dessen an die Eltern: "Es kommt jetzt auf Sie an. Sie, die Eltern müssen für 18, besser für mindestens 24 Anmeldungen sorgen, damit wir in der Stadt ohne Restriktionen bei den Lehrerstellen und ohne Einmischung der Schulaufsichtsbehörden Fortbestand der Bavierschule für das nächste Jahr bestätigen können", schreibt Eltern in einem Brief an die Betroffenen.
Das die BmU "das Wasser nicht halten konnte" und schon am 2. November eine Sondersitzung des Schulausschusses einberufen möchte, um den Verbund zu beschließen, hält Ehlert für falsch und kontraproduktiv.
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