Wülfrath: Ritter Rost trifft Prinz Protz
VON R. MAIROSE-GUNDERMANN - zuletzt aktualisiert: 03.10.2011Wülfrath (RP). Das Theater Minestrone feiert in der "Kathedrale" Schlupkothen eine gelungene Premiere des neuen Stücks. Witzige Dialoge, herrliche Regieeinfälle sowie Solo- und Chorgesang gefallen den vielen Zuschauern.
Was für ein köstliches Stück! Was für eine gelungene Aufführung! Theater Minestrone feierte in der "Kathedrale" Schlupkothen Samstagnachmittag Premiere mit "Ritter Rost und Prinz Protz".
In dem Musical von Jörg Hilbert/ Felix Janosa, bei dem erstmals für das Wülfrather Amateurtheater die Schauspielerin, Sängerin, Schauspieltrainerin, Theaterpädagogin Karin Badar Regie führte, stimmte alles. Bei der Vielzahl witziger Dialoge und herrlicher Regieeinfälle sowie Solo- und Chor-Gesang mit Live-Band kamen Kinder und Erwachsene gleichermaßen auf ihre Kosten.
Schönes Bühnenbild
Mit von der Partie
Am großen Erfolg waren neben "singenden Raben", "sprechenden Hüten", "Chor der Burgfräuleins" außerdem beteiligt: Alexander Faoro (Gitarre), Daniel Hoffmann (Keyboard), Christian Erbach (Bass), Maik Rotthaus (Schlagzeug), musikalische Leitung: Daniel Diekmann, Technik: Sören Krystek. Weitere Aufführungen:
Die Akteure versprühten Spiel- und Sangesfreude. Genial hatten besonders kreative unter ihnen Hand angelegt an Maske und tolle Kostüme. Das künstlerisch wertvolle Bühnenbild von Minestrone- Schauspieler Uwe Bentz bekam Extra-Applaus. Auf offener Szene wurde, dank Klappmechanismus an den bemalten Wandteilen (im ersten Leben augenscheinlich Umzugskartons), blitzschnell die Burg von Ritter Rost in das Schloss von Prinz Protz samt Himmelbett verwandelt.
"Die Bühne brummt. Eigentlich ist die Kleinkunstbühne etwas klein für großes Theater, aber wir haben alles mit einbezogen", erzählte Badar im Vorfeld schmunzelnd. Tatsächlich wurden sogar Treppenstufen und Tür des Notausgangs kurzfristig mit bespielt. Hinter der Tür hielten sich – für eine Weile im Freien- zig einheitlich rotgewandete Burgfräulein auf, die Prinz Protz erst in sein Schloss gelockt und dann eingesperrt hatte.
Zum Inhalt: Unablässig schruppend versucht Burgfräulein Bö (Katja Huhn Villela) das Anwesen von Ritter Rost sauber zu halten (Rost: Tobias Holitschke, sonor singend, mit rostigem Wetterhahn auf dem Helm und Attrappe einer Registrierkasse vor dem Bauch). Um sie herum ein jammernder Drache mit Schnupfen (Sandra Stötzel), ein singender Staubsauger mit Hausstauballergie (Meike Utke) und schmutziges Geschirr, das demonstriert so auch bleiben zu wollen.
Bös Klagelied vernimmt ein Zauberspiegel (Albert Luhnen), der ihr Diener zur Auswahl präsen-tiert. Hingerissen vom Charme des von Kopf bis Fuß silberbronzierten Sauberkeitsfanatikers Protz (Achim Kirchner) folgt Bö ihm auf sein Schloss. Hier darf sie nichts, auch nicht putzen.
Das besorgt Mutter Kehrlinde (Sabine Reiß), der auch Protz Geheimnis von den gefangenen Burgfräulein herausrutscht. Zum Happy End werden sie von Bö befreit. Zudem kommt Rost, der inzwischen selbst putzen musste und erkannt hat, was Bö ihm bedeutet. Kniend bittet er sie, in Zukunft die Hausarbeit mit ihm zu teilen. Das Musical mündet im großen Finale in den mitreißenden Song, "Lecker, lecker diese Kost" und begeisterten Applaus.
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