Mettmann: Schadstoffe in der Innenstadt
VON CHRISTOPH ZACHARIAS - zuletzt aktualisiert: 15.01.2009Düsseldorf (RPO). Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz hat einen Mess-Container an der Breite Straße aufgestellt. Ein Jahr lang wird die Luft analysiert. Die Ergebnisse stehen im Internet.
Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) hat gestern eine Mess-Station an der Breite Straße aufgestellt. Mit den darin installierten Geräten wird automatisch und kontinuierlich die Konzentration bedeutsamer Luftschadstoffe gemessen und zwar Schwebstaub (PM10), Stickstoffdioxid (NO2) und Stickstoffmonoxid (NO). Die Messung ist auf das Jahr 2009 befristet.
70 Stationen im Land
Eigentlich sollte der Container bereits am 5. Januar auf dem Parkstreifen an der Breite Straße platziert werden, doch das Wetter, so Fachbereichsleiterin Dr. Babette Winter vom LANUV, habe nicht mitgespielt. Seitdem standen dort Halteverbotsschilder, obwohl der Platz für den Container nicht benötigt wurde. Sechs Parkplätze waren somit blockiert.
Behörden geeint
Das LANUV wurde 2007/08 aus den Vorgängerbehörden Landesumweltamt, Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten, Landesamt für Ernährungswirtschaft und Jagd sowie Veterinärwesen/Verbraucherschutz der Bezirksregierungen gegründet. Die Messdaten der Station können im Internet (www.lanuv.nrw.de) aufgerufen werden.
Für das Land Nordrhein-Westfalen betreibt das LANUV ein Luftqualitäts-Überwachungssystem mit etwa 70 Mess-Stationen im Land. Mit ihnen wird die Luftqualität an besonders belasteten Orten erfasst. Aufgrund von Berechnungen des Internetscreenings wird in Mettmann eine Luftmess-Station in Containerbauweise aufgestellt. Die Vorgeschichte: Das Landesamt bittet alle Kommunen, besonders gefährdete Zonen mit einer vermutlich schlechten Luftqualität zu melden. Die Stadt Mettmann hat Daten in ein Programm gestellt, die die Landesbehörde aktiv werden ließ. Modellrechnungen hatten Hinweise auf erhöhte Luftbelastungen an der Breite Straße ergeben. Mit der umfassenden Messung soll die Luftqualität in Mettmann bestimmt werden. Das Mettmanner Bürgerforum hatte im Zusammenhang mit der Blutbuche immer wieder darauf hingewiesen, dass die Breite Straße in diesem Bereich stark belastet ist. Die Buche habe eine wichtige Filterfunktion.
Richtlinien der EU
Grundlage der Messungen sind die Luftqualitätsrichtlinien der Europäischen Union und deren Umsetzung im Bundesimmissionsschutzrecht. Sie sehen europaweit die Beurteilung der Luftqualität vor, wenn Anwohner betroffen sein können. Mit den Messungen wird die Höhe der Luftbelastung festgestellt, insbesondere werden die für Stickstoffdioxid einzuhaltenden Grenzwerte beobachtet. Überschreitungen von Grenzwerten haben Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität zur Folge. "Das kann von einem Fahrverbot für Lastwagen, einer anderen Ampelschaltung bis hin zu einer anderen Verkehrsführung reichen", sagt Babette Winter von der Behörde. Ziel sei es, die Grenzwerte für Luftschadstoffe dauerhaft zu unterschreiten. Die Osttangente werde die Innenstadt sicherlich entlasten.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum