Mettmann: Schlag zum Gesellen
VON KLAUS MÜLLER - zuletzt aktualisiert: 16.10.2009Düsseldorf (RPO). Bei der Martin Preuß GmbH werden zwei Auszubildende nach ihrem Abschluss ihrer Lehre mit dem Hammer in den Kreis der Gesellen aufgenommen. Meister Preuß sieht in der Ausbildung junger Menschen eine Verpflichtung.
Ein alte Handwerkertradition hat das Heizungs-, Sanitär- und Klimatechnik Unternehmen Martin Preuß GmbH aufleben lassen. Es hat zwei ehemalige Auszubildende mit dem "Gesellenschlag" in den Gesellenkreis aufgenommen.
Dabei hat Inhaber-Geschäftsführer und Meister Martin Preuß in einer kleinen Zeremonie den beiden frischgebackenen Gesellen Alexander Schott und Alexander Preuß mit einem Hammer auf dem durch ein Eisenblech geschütztes Hinterteil einen symbolischen Schlag verpasst. Anschließend bekamen die beiden von ihren neuen Kollegen einen Schlag mit der flachen Hand auf den Hintern.
Schule/Wirtschaft
Martin Preuß beteiligt sich am Projekt Schule/Wirtschaft. Er kooperiert mit der Anne-Frank-Hauptschule.
"Ich habe regelmäßig Praktikanten in meinem Unternehmen."
Es sei schon oft vorgekommen, dass ehemalige Schul-Praktikanten später einen Ausbildungsvertrag erhielten.
Dreieinhalb Jahre Ausbildung
Alexander Schott hat beim Unternehmen seine Lehre absolviert, während Alexander Preuß, Sohn des Inhabers, bei der Mettmanner Firma Kranz GmbH Sanitär und Heizungstechnik die dreieinhalbjährige Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-,Heizungs- und Klimatechnik abschloss.
"Ich habe in der Ausbildung bei Preuß eine Menge gelernt, musste aber auch erkennen, dass Lehrjahre keine Herrenjahre sind", sagt Alexander Schott (23). "In Absprache mit meinem Vater habe ich ganz bewusst die Lehre beim Unternehmen Kranz gemacht", verrät Alexander Preuß (20). Er hat erst nach der bestandenen Gesellenprüfung in die Firma seines Vaters gewechselt.
Bei Kranz habe er einige Dinge gelernt, die er als Erfahrungsschatz mit in das elterliche Unternehmen bringen möchte. "Ich möchte jetzt einige Zeit als Geselle praktische Erfahrung sammeln und später die Meisterschule besuchen", nennt er seine Ziele. Auch Alexander Schott könnte sich vorstellen, später einmal den Meisterbrief zu erlangen. "jetzt freue ich mich erst einmal darauf, als Monteur zu arbeiten und Geld zu verdienen."
Für Martin Preuß, der vor 24 Jahren sein Unternehmen an der Nordstraße gegründet hat, war die Ausbildung junger Leute schon immer wichtiges Anliegen. "Ich habe durchschnittlich sechs Auszubildende beschäftigt." Für ihn sei die Ausbildung eine gesellschaftspolitische Verpflichtung, versichert der 51-Jährige, der gleich über zwei Meistertitel verfügt.
Bei ihm hätten auch Hauptschüler ohne Abschluss eine Chance auf einen Ausbildungsplatz. "Entscheidend ist für mich, dass der Auszubildende Freude und Interesse an seinem Beruf zeigt und arbeiten will." Der notwendige theoretische Hintergrund würde von den berufsbildenden Schulen vermittelt.
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