Erkrath: Schlagfertiger Comedian
VON MANFRED MÜSCHENIG - zuletzt aktualisiert: 26.11.2007Düsseldorf (RPO). Bernhard Hoecker bekam für seinen Auftritt in der Erkrather Stadthalle tosenden Beifall.
Besonders die Dialoge mit dem Publikum kamen gut an. Das Singen sollte er besser sein lassen.Es war eine schwere Geburt. Zum Ende seines Programms „Ich hab’s gleich“ hat der kleine Bernhard endlich das Licht der Welt erblickt. Und wird mit tosendem Schlussapplaus bedacht. Als Star eines imaginären Musicals hatte Bernhard Hoecker nämlich gerade tanzend, kalauernd, Grimassen schneidend und singend eine herausragende Phase seines Lebens dargestellt: die Zeit von der Zeugung bis zur Geburt.
Da mimt er lustvoll den Tanz der Spermien im River-Dance-Step. Schrammt mit „Wein‘ nicht um mich, o Plazenta“ zur Evita-Titelsong-Melodie aber auch hart am Klamauk vorbei. Überzeugt kurz darauf dann wieder mit komödiantischem Talent. Das Singen nämlich – bei Musicals gehört es nun mal dazu –, das ist Hoeckers Ding nun wirklich nicht.
Spende für Kinder
Beim ARD-Starquiz mit Jörg Pilawa war Bernhard Hoecker gemeinsam mit Mirja Boes erfolgreich. Seinen Anteil vom Gewinn in Höhe von 50000 Euro hat er dem Förderkreis Kipkel in Haan gespendet. Der Verein widmet sich der Prävention für Kinder psychisch kranker Eltern. Bald wird Hoecker den Förderkreis besuchen.
Kein Mann der Monologe
Zur Höchstform läuft der Comedian hingegen auf, wenn er von der Bühne aus mit einem Partner kommunizieren kann. Er ist weniger der Mann für Monologe denn für den verbalen Schlagabtausch. Hier kann er mit seiner Schlagfertigkeit brillieren, und hat er einmal Blut geleckt, lässt er seine Opfer, die er vor allem in den ersten Reihen findet, den ganzen Abend nicht mehr aus seinen Fängen. Umso schöner, wenn seine unfreiwilligen Bühnenpartner bereitwillig ihre Rolle erfüllen und in einen Wettstreit um die besten Pointen mit ihm eintreten, ihn so zu weiteren Höchstleistungen puschen.
Der Bühnenmann Bernhard Hoecker ist mit dem Bildschirmmann Bernhard Hoecker nicht zu vergleichen. Es ist nicht immer leicht, seiner verworren scheinenden Logik zu folgen. Zum Beispiel, wenn er erklärt, wie er sich den Namen seines erstens Schwarms Monika durch die Zuordnung der Zahlen zu den Buchstaben im Alphabet merken konnte. Wenig später jammert er über die Sammelleidenschaft seiner Frau, die viele Stunden in Internetauktionen investiert, um eine ganz bestimmte Butterdose von einer längst nicht mehr im Handel befindlichen Porzellanserie zu erstehen. Hoecker wechselt das Thema, macht neue Baustellen auf, schäkert mit einigen Besuchern, um dann, kaum jemand denkt noch daran, in einer unerwarteten Pointe die besagte Butterdose plötzlich wieder ins Spiel zu bringen.
Natürlich kommt im Schluss-Song zur Melodie von Que Sera das Team der Hautarztpraxis vor, mit dem er den ganzen Abend seine Späße gemacht hat. Da erinnert er sich an das Paar aus Wülfrath, hat inzwischen auch den Ortsnamen – nach ersten Versprechern mit Wölfrath – nun korrekt im Kopf. Nur das Singen, das sollte er besser lassen.
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