Erkrath: Schluss mit schnellem Fahren
VON OLIVER WIEGAND - zuletzt aktualisiert: 18.08.2009Düsseldorf (RPO). Zu laut, zu schnell und zu viele – Anwohner der Fuhlrottstraße haben von Autos die Nase gestrichen voll. Mit einem Bürgerantrag fordern sie Lärmschutz und einen Fahrbahnteiler, damit die Geschwindigkeit sinkt.
Wer die steile Fuhlrottstraße nicht zu schnell hinunter fahren möchte, muss die Tachonadel schon fest im Blickfeld haben. Ein leichter Tipp aufs Gaspedal genügt und aus den erlaubten 50 Stundenkilometern werden bergab schnell mal 60 oder auch mal 70.
Sollte der Bürgerantrag von Wolfgang Becker in der Sitzung des Hauptausschusses in der nächsten Woche Erfolg haben, wird dort öfter mal die Polizei stehen und mit dem Radar-Messgerät aktiv werden. Aber nicht, um abzukassieren. Denn: Je schneller die Wagen, umso gefährlicher wird es für Fußgänger, die Fuhlrottstraße gefahrlos zu überqueren.
Schüler und Senioren gefährdet
Bürgerantrag
In Paragraf 24 der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen heißt es: "Jeder hat das Recht, sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen schriftlich mit Anregungen oder Beschwerden in Angelegenheiten der Gemeinde an den Rat oder die Bezirksvertretung zu wenden".
Der Hauptausschuss wird am Donnerstag, 27. August, um 17 Uhr im Verwaltungsgebäude Kaiserhof, Versammlungsraum Frankenheim-Saal beraten.
Nun ist die Verbindungsstraße zwischen dem Hochdahler Markt und Alt-Hochdahl zwar nicht gerade ein blühendes Geschäftszentrum, aber Fußgänger gibt es dennoch genug. Etwa 200 Schüler besuchen das an der Fuhlrottstraße gelegene Bergische Internat. Etwa weiter unten liegt der Rosenhof Hochdahl mit seinen vielen Senioren, die beim Überqueren der Straße zu schnelle Autos nicht gebrauchen können.
Doch nicht nur die Schnelligkeit der Fahrzeuge geht Anwohnern mittlerweile gegen den Strich. Es ist vor allem das erhöhte Verkehrsaufkommen und der damit verbundenen Lärm in den angrenzenden Wohngebieten.
Anwohner Wolfgang Becker hat sich stellvertretend für viele Mitbewohner der Siedlungen am Rande der Fuhlrottstraße mit einem Bürgerantrag an den Rat der Stadt gewendet. Um die Geschwindigkeit deutlich heraus zu nehmen, schlägt Becker zwei Fahrbahnteiler vor. Ein Element soll in Höhe des Bergischen Internats errichtet werden. Das zweite sollte südlich der Einmündung Schliemannstraße gebaut werden. Darüber hinaus fordert Becker mehr Geschwindigkeitskontrollen durch die Polizei.
Verkehr stark gestiegen
In der Begründung für den Bürgerantrag gibt Wolfgang Becker an, dass die Verkehrsbelastung auf der Fuhlrottstraße in den vergangenen Jahren stark zu genommen habe. An anderen Stellen im Stadtgebiet seien (Schimmelbuschstraße/Haaner Straße) sei durch Tempo 30 und Ampeln der Verkehr an der schnellen Durchfahrt gehindert. Der Stadt fehle aber ein Konzept, dass die Verkehrsberuhigung auf der einen Straße nicht zu einer erhöhten Belastung der anderen Straße führe.
Die Fertigstellung der Bergischen Allee bringe seiner Ansicht nach nicht die ausreichende Entlastung für die Anwohner in seinem Viertel. Becker fordert die Stadt mit dem Antrag auf, weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen zumindest anzudenken.
In Betracht kommen könnte Tempo 30 in der Nacht, ein mobiler Geschwindigkeitsanzeiger sowie eine Rechts-vor-Links-Regelung vor den Seitenstraßen. Nachgedacht werden sollte auch über Aufpflasterungen vor den Fahrbahnteilern, damit die Autos abbremsen müssen.
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