Kreis Mettmann: Schülerfirma gestaltet Garten
VON ULLA PANTEL - zuletzt aktualisiert: 13.06.2007Düsseldorf (RPO). Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese informierte sich im Berufskolleg Neandertal.
Seit Schuljahrsbeginn wird ein einjähriger berufsqualifizierender Bildungsgang angeboten.Seit Beginn des Schuljahres 2006/07 bietet das Berufskolleg Neandertal einen einjährigen berufsqualifizierenden Bildungsgang (BQJ) an. Kerstin Griese (SPD), Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Familien, Senioren, Frauen und Jugend besuchte die Klasse, um mit Schülern, Lehrern und Förderern über erste Erfahrungen in Schule und Praktikum zu sprechen. „Die Voraussetzungen, um ausbilden zu können sind für Betriebe vereinfacht worden. Der Meistertitel ist meistens nicht mehr erforderlich und es gibt auch die Möglichkeit, im Verbund mit anderen Firmen auszubilden“, regte sie an. Unsicherheiten müssten auf beiden Seiten abgebaut werden.
Seit es die Klasse BQJ 06 gibt, hat sich die Außenanlage des Berufskollegs verändert. Die Schülerfirma „Jobtrain“ hat die Pflege und Umgestaltung des Schulgartens übernommen. Biologin Claudia Marx und die Ingenieurin für Garten- und Landschaftsbau Waltraud Wegener helfen bei Planung und Durchführung. Sitzgruppen und ein Grillplatz sollen noch entstehen. „Wir haben schon eine ganze Menge gemacht“, erzählt Jonathan Boll. Es wurden Hecken und Beete angelegt und Nistkästen für Vögel gebaut. Auch die regelmäßige Pflege des Gartenteichs und der Grünanlagen gehört zu den Aufgaben.
Doppelte Feier
Die Berufsschüler werden ihre bestandenen Prüfungen gleich zwei Mal feiern. Heute werden sie um 17 Uhr zum Gottesdienst mit Berufsschulpfarrer Lars Pferdehirt erwartet. Anschließend gibt es die Zeugnisse.
Richtig bunt und abwechslungsreich soll es am Montag zu gehen. Auf dem Schulgelände zeigen die Schüler ein ungewöhnliches Programm. Vorgesehen ist ein Tapezierwettbewerb, Karaoke-Gesang und eine Demonstration von Leichtbau-Plattensystemen.
Stundenlanges Unkrautjäten bei jedem Wetter erfordert Ausdauer und Disziplin. „Besser als immer nur in der Schule rumsitzen“ findet Jonathan. Die Schülerfirma übernimmt aber auch Büro- und Computeraufgaben.
Film über die Arbeit gedreht
Für den Besuch aus Berlin hatten Schüler einen Film über ihre Arbeit gedreht, Pizza und russische Oreschkis gebacken und kurze Referate vorbereitet. Den meisten der 18 Schüler fehlt noch der Hauptschulabschluss, der nun nachgeholt werden kann. Viele haben Migrationshintergrund oder kommen aus schwierigen Verhältnissen. „Um die Jugendlichen fit für den Beruf zu machen, müssen wir Durchhalte- und Organisationsvermögen, Teamgeist, Kommunikationsfähigkeit, Verantwortungsgefühl und das Beachten von Regeln vermitteln“, erklärte Klassenlehrerin Julia Ternow. „Kommunikationsfähigkeit ist heute in fast allen Berufen von entscheidender Bedeutung“, mahnte Ulrich Rüther, Vorstandmitglied der Kreissparkasse Düsseldorf. Eine Erfahrung, die auch Martin Lindemann von der Kreishandwerkerschaft bestätigte. „Das Engagement, das die Schüler hier zeigen, darf man nicht im Sande verlaufen lassen, sonst wächst die Frustration. Wir müssen noch viel enger zusammenarbeiten.“
In ihren Praktikumstellen haben die Schüler oft gute Zeugnisse erhalten, doch die Betriebe bilden nicht aus. 150 Firmen hat Klassenlehrerin Julia Ternow auf der Suche nach Ausbildungsplätzen angeschrieben. Geantwortet hat eine einzige Firma.
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