Mettmann: Schwarze Männer mit heißen Tipps
VON OLIVER WIEGAND - zuletzt aktualisiert: 13.12.2007Düsseldorf (RPO). Viele Leser wollten gestern von Michael Luda und Andreas Schoßland wissen, ob ihr Kaminofen mit teuren Filtern nachgerüstet werden muss.
Aber auch zu den Themen Energiepass, neue Heizungsanlage und vor allem Geruchsbelästigung durch Kamine wussten die beiden Rat.KREIS METTMANN Schon eine halbe Stunde bevor die Schornsteinfegermeister Michael Luda und Andreas Schoßland gestern die Redaktion betraten, klingelte das Telefon.
RP-Leser Alfred Rogowski aus Mettmann war einer von vielen, die zum Thema Kaminofen anriefen. Er habe gehört, Kamine und nachträglich aufgestellte Öfen müssten nun nach dem EU-Recht mit Filtern gegen Feinstaub und Rußbelastung ausgerüstet werden. Er selbst betreibe seinen Kamin höchstens fünf bis zehnmal im Jahr. Rogowski erkundigte sich, ob ihm nun möglicherweise die Stilllegung seines Kamins drohe.
Doch Schornsteinfegemeister Michael Luda konnte den Anrufer beruhigen. Nach der neuen Verordnung müssen zunächst nur Altgeräte mit einem sehr hohen Schadstoffausstoß nachgerüstet werden. Die ersten Geräte, die überhaupt für eine Filterpflicht in Frage kommen könnten, sind Kamine oder Öfen, die vor dem 1. Januar 1975 einer so genannten Typenprüfung unterzogen wurden. Sollten diese Geräte den Grenzwert überschreiten, müssten sie bis zum Jahr 2014 nachgerüstet werden, so Luda.
Adressen und Infos
Eine Liste mit Gebäude- und Energieberatern in Ihrer Nähe bietet die Internetseite www.hwk-duesseldorf.de
Zum Thema energetische Modernisierung können Verbraucher auch unter www.mein-haus-spart.de oder www.nrw-spart-energie.de nachsehen. Es gibt viele Förderprogramme.
„Risikofaktor Mensch“
Im übrigen gebe es keine generelle Messpflicht an Kamin- und Kachelöfen durch den Schornsteinfeger. Für Geräte, die nach 1975 einer Typisierung unterzogen worden sind, verlängert sich die Frist zur Nachrüstung bis ins Jahr 2017. Von einer generellen und sofortigen Pflichtmaßnahme zur Nachrüstung könne also keine Rede sein. Die Leser Udo Busch aus Wülfrath, Frau Behrens aus Hochdahl, Jürgen Leng aus Erkrath sowie einige übrige Anrufer wollen die Geruchsbelästigung, die von Kaminöfen in ihrer Nachbarschaft ausgeht, nicht länger hinnehmen. Teilweise rieche es, als würde der Nachbar Tierkadaver verbrennen, hörten sich die beiden Schornsteinfeger erstaunt am Telefon an. Der Mettmanner Schornsteinfegermeister Andreas Schoßland kennt das Problem. „Risikofaktor Nummer Eins ist immer der Mensch“, sagt Schoßland. So würde häufig nicht lange genug abgelagertes, zu nasses Holz verbrannt, das für Rauchschwaden sorgen könne. Manche Zeitgenossen verbrennen auch Dinge, die eigentlich gar nicht in den Kamin gehören.
Asche kann getestet werden
Zudem spiele auch immer das Wetter wie beispielsweise wie jetzt Hochdruckgebiete im Winter eine Rolle bei der Rauchentstehung. Im Zweifelsfall könne man überprüfen, ob eine Erhöhung des Schornsteins in Frage kommt, um den Rauch besser abzuleiten. Bei dauerhafter Rauchbelästigung könne auch anhand eines recht aufwändigen Aschetestes überprüft werden, was eigentlich genau verbrannt wurde, so Schoßland. Fragen an die Schornsteinfeger gab es aber auch zum Thema Energie sparen. RP-Leser Gerd Stolz aus Mettmann erkundigte sich zum Thema Hydraulischer Abgleich bei Heizungsanlagen. „Das ist ein Verfahren, mit dem der Heizkörper jeweils mit der exakten Menge an Energie versorgt wird, die er auch benötigt“, erläutert Michael Luda. Einsparungen von bis zu 30 Prozent bei Öl oder Gas sind möglich, weil die Heizung dauerhaft mit einem optimalen Druck arbeitet. Etwa zwei bis sieben Euro pro Quadratmeter Wohnfläche kostet das Verfahren den Hauseigentümer. Wer dazu noch eine elektronische Wärmepumpe (500 bis 1500 Euro) einbaue, könne mit weiteren Spareffekten rechnen, so die Schornsteinfeger.
Recht einfach Energie einsparen können Bürger auch durch richtiges Lüften. Sabine Steffanski aus Erkrath erfuhr von Andreas Schoßland, das Fenster, die dauernd auf Kipp gestellt sind nur unnötig Heizenergie kosten. Besser sei vier mal am Tag „lüften bis die Gardinen wehen“. Die so ausgetauschte Luft erwärme sich wesentlich besser. Darüber hinaus komme es auch nicht zur Schimmelbildung.
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