Erkrath: Sicher zur Schule
VON ULLA PANTEL - zuletzt aktualisiert: 03.04.2009Düsseldorf (RPO). Schülerinnen und Schüler, Lehrer, Polizei und Verkehrsexperten entwickeln einen neuen Schulwegplan. Der Fahrradclub ADFC und die BmU geben den Anstoß. Alte Pläne sind nicht optimal.
Ein neuer Schulwegplan soll den Jungen und Mädchen der Grundschule Millrath bald zu mehr Sicherheit im Schulumfeld und auf Freizeitwegen verhelfen. Allgemeiner Deutscher Fahrradclub (ADFC) und Bürger mit Umweltverantwortung (BmU) initiierten das Projekt "Erkraths Kinder sicher unterwegs". Die Grundschule Millrath, Polizei, Straßenverkehrsbehörde und die Initiatoren arbeiteten Hand in Hand.
"Die Wege muss man mit Kinderaugen beurteilen", sagt Sabine Habel vom ADFC. Die Wahrnehmung der Schüler der Verkehrs-AG spielt daher bei der Planerstellung und der Verbesserung der Wege eine wichtige Rolle. "Oft sind es Kleinigkeiten, die zu Verkehrsrisiken führen", hat Gerd Paulus von den BmU festgestellt.
Schulweg
Den Grundschulen stehen seit 2008 Schulwegpläne für die Eltern zur Verfügung.
Die Pläne werden als nicht ausreichend kritisiert, da sie die Bedürfnisse von Kindern nicht berücksichtigten.
Nach Ansicht der Initiatoren dient das eigenständige Bewältigen des Schulwegs nicht nur der Gesundheit, sondern trägt auch zur Persönlichkeitsentwicklung der Kinder bei.
Die Beförderung mit dem Auto sei dagegen eine zunehmende Gefahrenquelle.
Auf insgesamt sieben Rundgängen von Schülern, Lehrerin Anja Elkemann und Vertretern der beteiligten Institutionen wird Millrath systematisch erkundet. Grundlage ist eine Fragebogen, der allen Schülern der Grundschule Millrath gegeben wurde. Abgefragt wurden darin subjektiv empfundene, schwierige Stellen auf dem Schulweg, Umwege aufgrund verschiedener Hindernisse und beliebte Freizeitziele.
Beim 5. Gang standen Problemstellen in unmittelbarer Schulumgebung auf dem Plan. Gero Giegeling von der Polizei-Verkehrssicherheitsberatung und Schülerin Sophie Bergmann vermaßen den alten Geh- und Radweg. Überwucherungen lassen oft die Breite der Wege schrumpfen. Mit 2,90 Meter war hier aber noch alles vorschriftsmäßig.
Doch schon bald stießen die Schüler am Fußweg entlang der Gruitener Straße auf eine gefährliche Stelle: Ein Trampelpfad führt über die vielbefahrene Straße zur Bushaltestelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Der offizielle Fußgängerüberweg mit Ampel befindet sich etwa 30 Meter entfernt. "Es ist klar, dass die Schüler sich den Umweg bis zur Ampel sparen.
Hier besteht Handlungsbedarf", stellte Gerd Paulus von den BmU fest. Unverständlich ist ihm, warum die Tempo-30-Strecke auf der Gruitener Straße ausgerechnet in Höhe der Grundschule nicht mehr besteht.
Die Schulweg-Initiative kann schon einige Erfolge verbuchen: "An der Schimmelbuschstraße wurde eine Leuchttafel angebracht, mit der Autofahrer ihre Geschwindigkeit überprüfen können", erzählte Anja Elkemann von einigen Beispielen. Auch der LKW-Fahrer, der im Lärchenweg immer den Bürgersteig zuparkte, bemühe sich um eine bessere Lösung.
Eine kleine Maßnahme mit großer Wirkung war auch das Schneiden der Büsche an der Kreuzung Gruitener/Haaner Straße. Kinder können jetzt die Fahrzeuge besser sehen, und sie werden von Autofahrern auch besser gesehen. Der neue Schulwegplan soll noch vor den Sommerferien an alle Schüler verteilt werden. Eine ortsansässige Erkrather Druckerei will das Projekt sponsern.
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