Mettmann: Soziale Probleme an Wurzel packen
VON MONIKA SPANIER - zuletzt aktualisiert: 24.11.2006Düsseldorf (RPO). Nach Emsdetten: statt Geld für Überwachung auszugeben, Beziehung zwischen Schule, Schülern und Eltern stärken.
erkrath/mettmann Der Amoklauf eines 18-Jährigen und ehemaligen Schülers der Geschwister-Scholl-Realschule in Emsdetten hat Forderungen nach mehr Sicherheitskontrolle und Verboten von Gewalt-Videospielen nach sich gezogen. Am „Heißen Draht“ der RP-Redaktion Mettmann äußerten sich gestern Leserinnen und Leser zur Frage, ob Gewaltbereitschaft mit mehr Druck verhindert werden kann.
Mohammed Assila, Vorsitzender des Erkrather Ausländerbeirates und Lehrer (Grundschule Sandheide, Anne-Frank-Hauptschule Mettmann), hält nichts von einer stärkeren polizeilichen Kontrolle. Die Kluft zwischen Schule, Schülern und Eltern werde dadurch nur tiefer. Nicht nur der Migrantenhintergrund sei Ursache für Gewalt. Der Fall Emsdetten zeige, dass ein soziales Problem an der Wurzel gepackt werden müsse. Der Pädagoge plädiert für eine massive und intensive Netzwerkarbeit mit stetigen und kontinuierlichen Kontakten zwischen Schule und Eltern und nicht erst dann, wenn’s brennt.
Auch Cäcilie Mewes, Leiterin der städtischen katholischen Johannesschule in Erkrath, setzt auf Eigenverantwortung. Eltern sollten ihre Kinder von klein auf beim Fernsehen begleiten und ihnen Grenzen setzen. Das gelte auch für das Spiel am Computer. „Sie dürfen nicht aus den Augen verlieren, was gespielt wird. Darum empfiehlt sich die Überprüfung des PC.“ Da sich Kinder aus vielen Gründen selbst überlassen sind, plädiert die Grundschulleiterin für die flächendeckende Einführung der Ganztagsschule - Pflicht für alle Schüler.
Ehrlich und respektvoll handeln
Leserin Ingrid B. schickte eine Email und setzt sich für regelmäßige Gespräche in kleinen Gruppen zwischen Schülern und Lehrern ein, die jedem seinen Platz in der Gemeinschaft zeigen. Es müsse offen, respektvoll und wohlwollend über Stärken und Schwächen gesprochen werden, „damit keiner sich von Jung an als Verlierer fühlt und andere sich in der Illusion sonnen, besser zu sein.“ Bei einem von Ehrlichkeit in Wort und Tat miteinander geprägten Umgang würden auch die Probleme abnehmen. Geld sollte für gute Pädagogen und nicht für Überwachungsanlagen ausgegeben werden. „Die innere Einstellung der Schüler und Lehrer zueinander muss stimmen.“
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