Erkrath: Sportabzeichen für die Minis
VON CARMEN PORSCHEN - zuletzt aktualisiert: 12.07.2012Erkrath (RP). Um Kinder schon früh für Sport und Bewegung zu begeistern, bietet die Initiative "Lott-Jonn" für Kita-Kinder das Minisportabzeichen an. Bei den fünf Disziplinen geht es nicht um Leistung, sondern um den Spaß.
Aufgeregt stehen die Kinder der Kita Abenteuerland in einer Reihe und warten auf ihren Einsatz: Die rote Kugel in ihren Händen so weit auf den abgesteckten Rasen werfen, wie es geht. Das ist die erste von fünf Disziplinen, die knapp 100 Kinder aus vier Erkrather Kitas gestern Vormittag auf der Städtischen Sportanlage in Hochdahl absolviert haben. Am Ende gibt es dafür das Minisportabzeichen. "Ganz weit und hoch werfen", heißt die erste Aufgabe, und gefragt ist nicht die Leistung, sondern etwas anderes.
"Die Kinder sollen die Sportstätte kennen lernen und sich dort ausprobieren. Ganz ohne Regeln geht das aber nicht", sagt Heide Förster vom Kreisgesundheitsamt, das die Initiative Lott-Jonn ins Leben gerufen hat. Deutlich wird das auch bei der zweiten Disziplin. Beim Weitsprung hat jedes Kind zwei Versuche. Erst wenn der Vorgänger auf dem Weg zurück in die Schlange ist, darf der Nächste Anlauf für seinen Sprung in den Sand nehmen.
Kooperation seit 2010
Es handelt sich um die inzwischen 6. gemeinsame Aktion von Lott-Jonn und dem Kreissportbund Mettmann. Sportabzeichen-Beauftragte vom Stadtsporbund Erkrath helfen ebenfalls mit.
Die Aktion ist an die Grundidee des Sportabzeichens angelehnt. Dieses gibt es bisher erst ab dem Grundschulalter.
Erste Berührung mit Sport
"Die Kinder freuten sich schon auf den Tag, auch wenn sie nicht genau wussten, was auf sie zukommt", sagt Dagmar Niechoj, Leiterin der Kita Abenteuerland, während es schon zur dritten Station geht: Der Sprint auf 50 Metern. Nach dem Startschuss flitzen sie los und sind so eifrig bei der Sache, dass sie trotz Ziellinie einfach weiterlaufen. "Für viele Kinder ist das der erste Berührungspunkt mit solchem Sport, aber bei manchen erkennt man sofort Talent", sagt Förster.
Ob viel Sprungkraft oder besondere Ausdauer beim Laufen – die Betreuer haben ein Auge dafür. Beim Hochsprung hat jedes Kind seine eigene Technik: Vom Bauchklatscher über hohe Sprünge mit Drehung ist alles dabei, angefeuert wird jeder. Eine besonders große Herausforderung ist für die drei- bis sechsjährigen Kindergarten-Kinder der Rundenlauf. Wer zuerst noch sprintet, muss spätestens nach der Hälfte etwas langsamer werden. Aber das Ziel erreichen sie alle. Entspannung bietet die Spielstation, bei der Treffsicherheit mit Bällen, Säckchen und Ringen gefragt ist. Im Anschluss sind die Kleinen richtig aus der Puste. "Ich habe jetzt Muskelkater in den Oberschenkeln", sagt Julie. Kugelweitwurf und der Weitsprung haben Maren am meisten Spaß gemacht. "Da bin ich richtig in den Sand reingefallen", sagt sie lächelnd.
Als Belohnung und Erinnerung bekommen die kleinen Sportler eine Urkunde und eine Gold-Medaille. Ingrid Rössler vom Kreisgesundheitsamt freut sich über die strahlenden Gesichter. "Wenn die Kinder diese Freude am Sport mit in ihr künftiges Leben nehmen, dann hat es sich schon gelohnt", sagt sie.
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