Wülfrath: Stapellauf auf dem Krappsteich
VON MANFRED MÜSCHENIG - zuletzt aktualisiert: 06.10.2007Düsseldorf (RPO). Die Wülfrather Schiffsmodellbauer suchen dringend Nachwuchs.
Bis ein Schiff elegant über das Wasser kurvt, ist viel Mühe und Geduld notwendig.Das kleine Zollboot, das der Schiffsmodellbauclub Wülfrath zum Schlupkothener Spektakel mitgebracht hatte, war heiß begehrt. Schließlich durften die Besucher das Boot auf dem extra aufgebauten Becken sebst einige Runden steuern. Viele Jugendliche nutzten die Gelegenheit, einen Einblick in dieses Hobby zu bekommen. Im wahren Vereinsleben allerdings herrscht Nachwuchsmangel, beklagt Vorsitzender Wolfgang Arndt, nur drei der 18 Mitglieder des Wülfrather Vereins sind unter 18 Jahre alt. Es müssten dringend neue Mitglieder gefunden werden, so Arndt.
Lieber am Computer statt basteln
„Die jungen Leute sitzen heute viel lieber am Computer“, meint auch Wilfried Brücker, Gründungsmitglied des Clubs. Zu seiner Zeit stieß der Modellbau noch auf viel größere Resonanz. Fast hätte er sogar Flugzeugmodelle gebaut. Aber dann entschied er sich aus Sorge, dass dabei zuviel zu Bruch gehen könnte, doch für Schiffe. Er kaufte sich als ersten Bausatz den Fischkutter „Elke“ und konnte diesen schon bald auf dem Schlammteich der Kalksteinwerke in See stechen lassen. Der Kutter sei zwar schon etwas ramponiert, habe aber immer noch einen Ehrenplatz im Regal, merkt Brücker an.
Schiffsmodellsport-Club
Der Schiffsmodellsportclub Wülfrath wurde 1977 gegründet. Derzeit gehören zu dem Verein 18 Mitglieder.
Sie treffen sich regelmäßig samstags von 14 bis 16 Uhr im Bastelkeller des Gymnasiums an der Kastanienallee.
Vorsitzender ist Wolfgang Arndt, (Tel. 0151/14186625).
Der Club ist regelmäßig auf der Intermodellbau in Dortmund vertreten. Die nächste Messe findet vom 16. bis 20. April 2008 statt.
In diesem Jahr konnten die Modellbauer ihr 30-jähriges Bestehen feiern. Dazu stachen sie im August auf dem Krappsteich in See.
Wer sich für den Modellbau interessiert und sein eigenes Boot zu Wasser lassen möchte, muss erst einmal viel Arbeit investieren. Das aber schrecke viele junge Leute erst einmal ab, haben die Mitglieder des Clubs erfahren. Bis so ein Boot nach mühseliger Arbeit endlich eingesetzt werden kann, vergeht schon einige Zeit.
Handwerkliches Geschick und Geduld sowie Interesse am Modellsport reichen für den Anfang allerdings erst einmal aus. „Die Technik für die Boote können wir auch leihweise zur Verfügung stellen, wenn jemand zunächst noch nicht so viel investieren will“, verspricht Vorsitzender Arndt. Und natürlich stehen die alten Hasen unter den Clubmitgliedern allen neu Hinzugekommenen gerne mit Rat und Tat hilfreich zur Seite.
Im übrigen sei der Modellsport gar nicht so teuer. Pläne von Schiffsmodellen habe der Club. Bastler müssten lediglich das Material beschaffen. Oder halt einen kompletten Bausatz. Solche Bausätze gibt es schon ab 60 Euro. Hinzu kommen dann noch 120 Euro für eine Vier-Kanal-Fernsteuerung.
Wer hingegen besonders aufwändige Modelle anfertigen will, muss etwas mehr investieren. Zu den schönsten Booten im Club gehören die Norderney, ein Vermessungsschiff, das auf der Nordsee im Einsatz war, ein Feuerlöschboot, das in Düsseldorf eingesetzt wurde, und die Paula III, ein Bojenleger, der auch auf der Nordsee gefahren ist.
Bei Dämmerung mit Beleuchtung
Der Phantasie sind auch keine Grenzen gesetzt, was den Ausbau anlangt, sagt Arndt. Der eine habe einen fernbedienbaren Kran mit installiert, der andere mache mit seinem Boot auch in der Dämmerung Eindruck, weil er eine Beleuchtung zuschalten kann.
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