Mettmann: Steiniger Weg für die CDU
VON R. MAIROSE-GUNDERMANN - zuletzt aktualisiert: 15.01.2007Düsseldorf (RPO). Beim Neujahrsempfang forderte CDU-Standverbandsvorsitzender Andreas Seidler eine einige Verwaltungsspitze.
Wülfrath muss seine Probleme in den Griff bekommen. Für Klientelpolitik und Eitelkeiten ist kein Platz.WÜLFRATH Der Neujahrsempfang des CDU-Stadtverbands in der Stadthalle war gestern so gut besucht wie in den letzten Jahren nicht mehr. Und das, obwohl Parteifreunde aus Bund, Land und Kreis wegen anderer Verpflichtungen nicht erscheinen konnten. In großer Zahl kamen Bürger, Vertreter von Vereinen, Amtsträger, Mitglieder des Rates und der Verwaltung, sowie Bürgermeisterin und Stellvertreter.
Ehrengast Herbert Reul, Mitglied des Europaparlamentes, gab ein Plädoyer für Europa ab, das 2007 der Verabschiedung der Römischen Verträge vor 50 Jahren gedenkt. „Das war schon ein ziemliches Projekt. Da war ein Schub unterwegs. Politiker haben sich ein Herz genommen“, sagte er. Reul unterstrich: Der Frieden in Europa ist eine positive Errungenschaft („hier steht ein 54-Jähriger vor Ihnen, der noch nie einen Krieg erlebt hat“). Er räumte indes ein, dass sich die Wirklichkeit verändert habe, dass mit neuen Gefahren zu rechnen sei wie dem internationalen Terrorismus.
Ehrungen
Stadtverbandsvorsitzender Andreas Seidler begründete auf dem Neujahrsempfang eine neue Tradition: Die Ehrung langjähriger Mitglieder.
Für 25 Jahre sind dabei: Burkhard Mai, Rudolf Klapper, Claus Leifeld, Udo Werner. 40 Jahre Josef Kastner, Albert Küpper (in Abwesenheit), Werner Simon. Nächstes Jahr soll es für 50-jährige Mitgliedschaft einen Ehrenpreis geben.
Viele Baustellen in der Stadt
„Wir haben in Wülfrath viele offene Baustellen.“ Stadtverbandsvorsitzender Andreas Seidler begründete, warum die CDU 2007 beim Neujahrsempfang auf einen Redner mit übergeordnetem Thema verzichtet hat. Die CDU sei 2006 einen harten, steinigen Weg gegangen. Sie habe gezeigt, wo in der Stadt Einsparpotentiale liegen. „Ich habe großen Respekt vor den Ratsvertretern, welche die Entscheidungen treffen müssen“, betonte Seidler. Er wünsche sich im Stadtrat Mehrheiten, um die Wülfrather Probleme in den Griff bekommen. Von der Verwaltungsspitze forderte er künftig geschlossenen Auftritt. „Für Eitelkeiten ist kein Platz.“
Fraktionsvorsitzender Gerd Rammes blickte auf die wirtschaftliche Situation der Stadt, die zu den einnahmestärksten im Lande zähle, aber nach wie vor auf zu großem Fuß lebe. Beim dritten Haushaltssicherungskonzept, das im Dezember mit großer Mehrheit verabschiedet wurde, sei klar geworden, wer Klientelpolitik betreibt und wer Gesamtverantwortung übernimmt. Ein Seitenhieb ging gezielt an die SPD. „Es gibt Parteien, die 1979 gegen den Bau des Jugendhauses stimmten und jetzt gegen die Schließung sind.“
Zu den freiwilligen Angeboten, bei denen die CDU nicht kürzen möchte, zählten Volkshochschule, Medienwelt und Zeittunnel. Verfehlt seien Sparmaßnahmen bei Sporteinrichtungen, da sie wichtig für die Jugendarbeit seien. Rammes wünschte sich den Geist derer zurück, „die 1972/73 für die Selbstständigkeit Wülfraths kämpften.“
Musikalisch begleiteten den Empfang die Kalkstädter und Lothar Müller, Akkordeon.
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