Erkrath: Süße Pinguine gewannen Karnevals-Herzen
VON SHABIR SAAED - zuletzt aktualisiert: 27.02.2011 - 14:00Düsseldorf (RPO). Bei ausgelassener Stimmung unter den kostümierten Clowns, Piraten und anderen Karnevalsjecken startete am Samstag pünktlich um 14.11 Uhr der traditionelle Karnevalsumzug am Gerberplatz in Alt-Erkrath.
Unter der Leitung von Arthur Bienia marschierten die Fußtruppen und Mottowagen Richtung Neanderstraße über die Bismarckstraße zur Bahnstraße und über den Erkrather Bahnhof in die Beethovenstraße und schließlich zurück zum Gerberplatz. Hunderte von kleinen und großen Kindern freuten sich über reichlich Kamelle.
Den Anfang des Karnevalsumzuges machte der Fanfarenzug 1951 aus Essen-Burgaltendorf, die mit einer Schar von grün-weiß gekleideten Funkenmariechen anreisten. Die „Düsselpiraten“ kamen gleich mit ihrem Piratenschiff mitsamt Crew, Totenkopfflagge und Kanonen nach Erkrath.
Die längste Anfahrt zum Karnevalsumzug hatte der Hattinger Fanfarenzug, die als Fußtruppe am Umzug teilnahm. Die letzten Hänger feierten dieses Jahr ihr närrisches Jubiläum von 2x11 Jahren. Unter dem Motto „Froh und heiter mach mer immer weiter“ sorgten sie mit Mottowagen und Fußtruppe für gute Stimmung bei den Karnevalisten.
Das Herz vieler Mütter und Großmütter gewannen an diesem Nachmittag eindeutig die Turnkinder des TuS Erkrath, die als niedliche Pinguine verkleidet Kamelle in die Menge warfen. Sportlich ging es mit den Fußballern des SSV Erkrath weiter, die ihren Festwagen mit kultigen Sprüchen von Beckenbauer, Möller und Matthäus verzierten. Der Allgemeine Deutsche-Fahrrad-Club (Adfc) machte mit ihren Tandemrädern Werbung in eigener Sache („Ich fahre Rad, weil es mir Spaß macht“).
Die Hubbelrather Dorfmusikanten sorgten mit ihrer Blaskapelle kurzzeitig für eine musikalische Abwechslung zur Karnevalsmusik. Im Gegensatz zur SPD, die als rote Teufel mit rotem Traktor und roten Ballons am Karnevalsumzug teilnahm, zeigten sich die Grünen mit ihrem Festwagen deutlich politischer gestimmt. Mit dem Spruch „Schlauer ist’s vom Biobauer“ machten sie auf den Dioxin-Skandal aufmerksam. Die Interessengemeinschaft Erkrath knöpfte sich die CO-Pipeline vor („Stopp Bayer Giftgasröhre“).
Ihr Mottowagen zeigte einen geldgierigen Dagobert Duck mit einem Bayer-Zylinder auf dem Kopf. Unter dem Motto „Das Stadtentwicklungskonzept rollt wieder“ – symbolisch durch ein Rad mit einer Stadtkarte dargestellt – freute sich die BmU Erkrath über den Start der Erarbeitung des Stadtkonzeptes. Überraschenderweise zeigte sich die Feuerwehr Erkrath in politischer Angriffslaune.
Ihr Motto „Der Berliner Wilde Westen hält uns alle hier zum Besten“ stellte den Reichstag als abgeschottete Festungsmauer ab, die über den Köpfen der Bürger hinweg Entscheidungen treffen. Ulrike Bock (39) kam mit ihren beiden Kindern Markus (6) und Maurice (4) extra aus Mettmann, um sich den Karnevalszug anzuschauen.
„Die Kinder als Pinguine verkleidet fand ich süß“, sagte sie. Markus, der nächste Woche selbst in Mettmann am Karnevalszug teilnimmt, war vom Piratenschiff begeistert – vielleicht weil er selbst als Pirat verkleidet war. Jörn Möhs (38) und Jürgen Prinz (46) machten als Obelix eine gute Figur. Der Zug sei zwar etwas zu kurz gewesen, aber zum Karneval werden die beiden auch nächstes Jahr in ihre Heimatstadt kommen. Nach dem Zug soll in Unterbach weitergefeiert werden: „Dort warten 17 Verwandte von uns. Und alle sind als Obelix verkleidet.“
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