Niederberg: Synode setzt auf Spenden
VON GUNDEL SEIBEL - zuletzt aktualisiert: 10.11.2008Düsseldorf (RPO). Der Evangelische Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann wirbt mit Fundraising Geld ein. Die Kirchensteuer verliert zunehmend an Bedeutung. Milieus: Erkrather Synode will näher an die Menschen heranrücken.
Die Schließungen von Kirchen und der Verkauf von Gebäuden vor allem in Hilden, Homberg, Mettmann und Ratingen waren Thema bei der Herbstsynode des Kirchenkreises Düsseldorf-Mettmann im Paul-Schneider-Haus in Erkrath.
Spendengelder (Fundraising) einwerben wird für die Kirche zunehmend wichtig. Dieses Aufgabenfeld hat die Sprecherin des Kirchenkreises, Diemut Meyer, übernommen. Die Kirchensteuer allein vermag dem evangelischen Kirchenkreis keine hinreichende finanzielle Basis zu geben. „Wir brauchen zukünftig andere Finanzquellen neben der Kirchensteuer“, sagte Superintendent Frank Weber.
Die Synode stellte sich am Samstag in Erkrath auch einer weiteren Zukunftsaufgabe: Der Kirchenkreis will ein klares Konzept seiner künftigen Tätigkeit erarbeiten. Es soll bis 2009 fertiggestellt werden.
Kirchenkreis 2009
Zum Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann gehören die Gemeinden Erkrath, Haan, Hilden, Hochdahl, Hösel, Homberg, Linnep, Lintorf-Angermund, Mettmann, Ratingen, Graf-Recke-Stiftung.
Für das Haushaltsjahr 2009 rechnet der Kreissynodalvorstand mit einem Kirchensteuer-Aufkommen von 18,1 Millionen Euro.
Nach Umlage an die Gemeinden verbleiben im Kirchenkreis jedoch nur voraussichtlich 10,3 Millionen Euro.
Stellvertreter gewählt
Die Herbstsynode wählte den Mettmanner Pfarrer Jürgen Artmann für die nächsten acht Jahre zum Assessor und damit zum Stellvertreter des Superindendenten Frank Weber (Haan). Pfarrer Frank Schulte aus Ratingen wurde von der Mehrheit der etwa 90 Synodalen zum Skriba und damit zum 2. Stellvertreter des Superindendenten gewählt. Er wird sich zusammen mit dem Superintendenten in vier Jahren zur Wahl stellen müssen.
Pfarrer Michael Diezun (Ratingen) hatte nach fünfjähriger Amtszeit als Assessor sein Amt aus persönlichen Gründen niedergelegt. Aus diesem Grund und turnusmäßig waren einige Neubesetzungen erforderlich. Ebenfalls neu gewählt wurden zwei der vier Laien im Kreissynodalvorstand. Bernd Löhr aus Lintorf-Angermund ist seit 24 Jahren im Vorstand. Seine Mitgliedschaft wurde bestätigt. Neu im Gremium ist Birgitte Theis aus Mettmann. Stellvertreter sind Professor Dr. Gerhard Sauthoff, Ratingen, und Dr. Klaus Wiedemann, Haan.
Verabschiedet aus dem Vorstand wurden die Pfarrer Diezun und Dr. Gerd Ulrich Brinkmann sowie die Laien Dr. Ulrich Deiseroth, Erkrath, und Volkmar Schrimpf, Ratingen.
Professor Dr. Eberhard Hauschildt aus Bonn sprach zu den Synodalen über die Bedeutung von Milieus in der kirchlichen Arbeit. Hauschildt referierte aus seinem Buch „Milieus praktisch. Analyse- und Planungshilfen für Kirche und Gemeinden“. Ihm ging es um die Frage: Warum scheiden sich die Geister am Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ im Weihnachtsgottesdienst? Die einen finden es stimmungsvoll, die anderen untheologisch. Was stimmt?
Hauschildt unterscheidet sechs Gruppen oder Milieus, welche Kirche und Gemeinden bei ihren Planungen berücksichtigen sollten: die Hochkulturellen, die Bodenständigen, die Mobilen, die Kritischen, die Geselligen und die Zurückgezogenen.
Bis 2013 will der Kirchenkreis das Neue Kirchliche Finanzwesen (NKF) einführen. Ähnlich wie bei den Städten und Gemeinden soll die traditionelle kameralistische Buchführung laut Beschluß der Landessynode durch eine moderne Buchführung abgelöst werden.
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