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Erkrath: Taschenlampen statt Laternen

VON OLIVER WIEGAND - zuletzt aktualisiert: 03.09.2010

Düsseldorf (RPO). Um Geld zu sparen, schlägt die Stadt vor, an unbewohnten Kreisstraßen die Straßenlaternen abzubauen. Dazu gehören zum Teil die Haaner-, Gruitener und Erkrather Straße sowie ein Abschnitt der Bergischen Allee.

Weder tagsüber noch nachts sind viele Fußgänger auf der Erkrather Straße zwischen Unterbach und Alt-Erkrath unterwegs. Die Straßenbeleuchtung entlang des Fußwegs soll abgebaut werden. Wer dennoch zu Fuß geht, braucht dann eine Taschenlampe.   Foto: RPO
Weder tagsüber noch nachts sind viele Fußgänger auf der Erkrather Straße zwischen Unterbach und Alt-Erkrath unterwegs. Die Straßenbeleuchtung entlang des Fußwegs soll abgebaut werden. Wer dennoch zu Fuß geht, braucht dann eine Taschenlampe. Foto: RPO

Vor ein paar Monaten hat sich die Gemeindeprüfungsanstalt die Stadt Erkrath zur Brust genommen. Ein Ergebnis: Im Vergleich zu anderen Kommunen sind die drei Stadtteile überdurchschnittlich gut mit Straßenlaternen ausgestattet. Als Erkrath in den 1960er und 1970er Jahren stark an Bevölkerung zunahm, ist man wohl großzügig mit dem Verteilen der Laternen umgegangen. Bis heute kosten sie aber Geld und die Verwaltung ist jetzt auf die Idee gekommen, wie man in den nächsten zehn Jahren genau 243 000 Euro sparen kann.

Demontage kostet 73 000 Euro

Möglich wäre das, indem die öffentliche Straßenbeleuchtung an Kreis-, Landes- und Bundesstraßen außerhalb der Ortsdurchfahrten einfach abgebaut wird. Darüber hinaus könnte schon vor der Fertigstellung der L403n zwischen Hochdahl und dem Neandertal auf die Beleuchtung im Bereich der Neanderhöhe verzichtet werden, berichtete nun Tiefbauamtsleiter Heinz-Peter Heffungs im Planungsausschuss. Um die Laternen zu demontieren, wären 73 000 Euro nötig. Aber schon in einem Jahr würde die Stadt 31 600 Euro einsparen.

Info

Schon gespart

Durch eine Änderung beim Stromtarif und eine Neuausschreibung wurde die Jahreskosten um 58 200 Euro reduziert. Auch eine Neuorganisation der Betriebsführung brachte eine Einsparung von 30 000 Euro.

Im Ausschuss legte Heffungs eine Karte vor, wo Laternen nach Ansicht der Verwaltung überflüssig sind. An der Erkrather Straße, die Alt-Erkrath mit Unterbach verbindet, seien nachts kaum Fußgänger anzutreffen. Darüber hinaus gebe es auch so gut wie keine direkten Anwohner. Gleiches gilt für einen Abschnitt der Bergischen Allee zwischen Max-Planck- und Sedentaler Straße. Auch an der Gruitener Straße ab Bergstraße in Richtung Bahnhof könnte sich die Verwaltung vorstellen, die Laternen abzubauen. Betroffen wäre auch die Haaner Straße im unteren Teil. Heffungs betonte, dass sich hinsichtlich Fußgängern die Rechtsprechung dahingehend entwickelt hätte, dass Taschenlampen durchaus zumutbar sind, wenn die Straßen abends nicht mehr beleuchtet sind.

"Keine Angsträume schaffen"

Die Erkrather Grünen sind grundsätzlich "nicht gegen sinnvolle Sparvorschläge". Gemeinsam mit SPD und BmU wollen sie aber vor der ersten Demontage eine Stellungnahme der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Annegret Pollmann, einholen.

Denn Frauen, die abends in Hochdahl auf dem Heimweg von der S-Bahn sind, sollen auf keinen Fall im Dunklen stehen gelassen werden. Darüber hinaus setzt sich die Mehrheit aus SPD, BmU und Grünen für eine Verkehrszählung ein. Gezählt werden sollen aber nicht Autos, sondern Fußgänger, die diese Straßen benutzen. Mit einer Ortsbesichtigung, bei der vorher die Laternen probeweise abgeschaltet werden, wollen sich die Politiker persönlich ein Bild machen. Regina Wedding (CDU) betonte, es dürften keine neuen "Angsträume" geschaffen werden. Bernhard Osterwind (BmU) machte deutlich, dass die Bürger durchaus mit einem "Komfortverzicht" leben müssten. Wenn es ums Sparen gehe, müsse auch an die kommenden Generationen gedacht werden.

An der Gruitener Straße gebe es bereits einen beleuchteten Fußweg, da seien die Straßenlaternen überflüssig. Einen interessanten Vorschlag machte Uli Schimschock (SPD). Es gebe bereits eine Technik, bei der man Straßenlaternen bei Bedarf mit dem Handy anschalten kann.

Quelle: RP

 
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