Mettmann: Taubenturm ist zu teuer
VON CHRISTOPH ZACHARIAS - zuletzt aktualisiert: 12.03.2010Düsseldorf (RPO). Bürger fordern Taubenschläge und die Kontrolle eines Fütterungsverbots für die Tiere, um die Population zu begrenzen. Die Mehrheit des Verwaltungsausausschusses lehnt einen Unterstand aus Kostengründen ab.
In einem Bürgerantrag fordern Tierfreunde die Stadt Mettmann auf, das Fütterungsverbot für Tauben stärker zu kontrollieren und Taubenschläge, beziehungsweise Taubentürme zu bauen. Grund: Die Taubenpopulation soll in Mettmann reduziert und kontrolliert werden. "In jedem Garten steht ein Vogelhaus mit Futter für Wildvögel. In unserer Stadt aber fallen die Tauben verhungert von den Dächern. Die geschwächten und ausgemergelten Tiere werden tot getreten, mutmaßlich verletzt, an- und überfahren", schreibt Kathleen Sonnenschein in dem Bürgerantrag. Es sei an der Zeit, die öffentliche Tierquälerei in Mettmann zu beenden.
Geringes Lebensalter
Bei den Stadttauben handelt es sich in der Regel um verwilderte Haustauben, so Dr. Kruse. Die Lebenserwartung liege bei ein bis zwei Jahren. Eine normale Taube wird 12 Jahre alt.
Die Stadttauben sind sehr standorttreu. Sie finden in der Innenstadt genügend Nahrung.
Die Verwaltung hat sich Sachverstand von außen geholt und den stellvertretenden Leiter des Veterinäramtes des Kreises Mettmann, Dr. Norbert Kruse, zur Sitzung des Verwaltungsausschusses eingeladen.
Tauben in Mettmann gezählt
Kruse war zusammen mit Wolfgang Kohl, dem Vorsitzenden des Mettmanner Tierschutzvereins, vor einigen Wochen durch die Innenstadt gegangen. "Wir haben rund 30 bis 50 Tauben gezählt. Im Sommer nach der Brutzeit kann sich die Taubenpopulation in Mettmann auf 150 bis 200 Tauben entwickeln", sagte Kruse. In anderen Städten des Kreises existiere eine Taubenpopulation von 400 bis 500 Tieren. Von einer dramatischen Situation könne man in Mettmann nicht sprechen. Auch die Aussage, dass die Tauben verhungert von den Dächern fallen, sei übertrieben. Sicherlich, so Kruse, gebe es in der Innenstadt Fälle, wo dies vorgekommen sei, auch hätten sich Tauben hinter Drahtgittern verfangen, seien verletzt worden und hätten den Ausbruchversuch nicht überlebt. In einigen Fällen hätte die Feuerwehr aktiv werden müssen und Tauben aus ihrer misslichen Lage befreit. "Ich werde die nicht fachgemäßen Schutzgitter an den Gebäuden beanstanden und veranlassen, dass sie nachgebessert werden", sagte Dr. Kruse.
Taubentürme und Taubenschlag seien wirkungsvolle Einrichtungen, um die Taubenpopulation zu begrenzen, sagte der Veterinär. Die Eier werden gegen Attrappen ausgetauscht. Allerdings kämen auf die Stadt hohe Kosten zu: Die Verwaltung beziffert die Baukosten auf 6500 bis 8500 Euro je Taubenturm. Die Tauben müssen regelmäßig gefüttert, die Türme gereinigt und mit Einstreu versehen werden. In einem mit 150 Tieren besiedelten Schlag werden täglich 7,5 Kilogramm Körnerfutter benötigt, in einem Monat 200 Kilogramm. Das sind monatliche Futterkosten von 110 Euro. Ferner sei eine tierärztliche Kontrolle notwendig. Fazit: Rund 2700 Euro fallen jährlich pro Taubenschlag an. Im Umkreis von 200 Metern dürfen keine Tiere gefüttert werden. Und: Es sei nicht sicher, dass die Vögel den neuen Wohn-und Fress-Ort annehmen würden. Oft nutzen sie ihre alten Nistplätze weiter. Der Bürgerantrag wurde bei zwei Ja-Stimmen der Grünen mit großer Mehrheit abgelehnt. Kommentar
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