Mettmann: Tennis-Hochburg Mettmann?
VON PATRICK KLEINMANN - zuletzt aktualisiert: 22.01.2008Düsseldorf (RPO). Das Olympic-Sportcenter soll eine internationale Akademie werden.
Der ehemalige russische Davis-Cup-Spieler Andrei Tschesnokow steht als Trainer bereit.Geschäfte besiegeln
Tennis ist in Russland auch ein politischer Sport. Geschäfte werden spätestens seit der Amtszeit von Tennisfan Boris Jelzin nicht, wie in Deutschland, beim Golf besiegelt sondern beim „weißen Sport“. Geschäftsführerin Irina Flury setzt auf steigende Bekanntheit der Stanko GmbH und neue Kontakte.
Wenn es nach dem Wunsch der russischen Stanko GmbH geht, die 2007 das ISI-Tenniszentrum an der Bollenhöhe erworben hat, soll Mettmann in naher Zukunft so einer deutschen Tennishochburg werden.
15 Millionen Euro investieren
Das Engagement der Firma um Geschäftsführerin Irina Flury, das eine Summe von insgesamt 15 Millionen Euro umfasst, stützt sich auf zwei Säulen: Es soll in Mettmann eine internationale Tennisakademie entstehen, ähnlich der von Nick Bollettieri in Bradenton/Florida. Als erster Trainer steht der ehemalige russische Davis-Cup-Spieler Andrei Tschesnokow bereit. Zwar sind die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen, eine gemeinsame Zukunft klingt aber mehr als wahrscheinlich. Russische, deutsche und internationale Jugendspieler sollen nach Wunsch der Investoren nach Mettmann kommen, um hier eine Tennis-Ausbildung zu bekommen, die den Einstieg in die Weltspitze ermöglicht. „An Spieler zu kommen, ist für uns kein Problem. In Russland stehen genügend Talente bereit“, steht auch Sergej Fotin, Vize-Präsident der russischen Tennis-Förderation hinter dem Projekt. Mit dem am 1. Januar 2008 neu gegründeten TC Olympic Mettmann ist bereits die Plattform für die jungen Talente geschaffen. Der Verein ist aber ausdrücklich keine Konkurrenz zu den anderen Mettmanner Tennisclub, sondern soll möglichst rasch so hoch und erfolgreich spielen, dass die Tribünen gefüllt werden – was eigentlich nur ein rascher Aufstieg in die höchsten deutschen Spielklassen bedeuten kann. Die Infrastruktur dafür ist bereits in Planung: Zwei Centre-Court-Plätze mit Zuschauerrängen für jeweils 4000 Fans sollen ebenso entstehen wie vier Trainingplätze und ein Hotel. Die Pläne sind fertig, die Baugenehmigung soll noch in dieser Woche eingereicht werden.
Auf den Plätzen (2. Säule) könnten dann bald neben dem Tennisnachwuchs auch internationale Stars antreten. „Es laufen Gespräche mit der internationalen Tennis-Vereinigung ATP, bald auch Turniere der höheren Kategorie auszutragen“, berichtet Geschäftsführerin Flury. Und Fotin ergänzt, dass es kein Problem sei, „Spitzenspieler wie Marat Safin oder Maria Scharapowa nach Mettmann einzuladen.“ Für Mettmann sprechen die zentrale Lage, die Nähe zu deutschen Großstädten und – in den Augen des designierten Jugendtrainers Tschesnokow – die fehlende Ablenkung für die jungen Talente.
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