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Erkrath: Teures Kabel

VON MONIKA SPANIER - zuletzt aktualisiert: 18.10.2008

Düsseldorf (RPO). Aufregung in Hochdahl über die Preiserhöhung der Tele Columbus. Bürger sprechen von „skandalösem“ Verhalten.

Geklagt wird über Steigerungen von über 30 Prozent und über Abbuchungen, als schon Widerspruch eingelegt war.

Die Preiserhöhung der Tele Columbus für das Kabelnetz in Hochdahl zum 1. Oktober 2008 hat zu vielfältigen Protesten geführt. Die Gebühren für den monatlichen Kabelempfang sind von 10,38 auf 13,99 Euro erhöht worden. „Das entspricht einer Steigerung von 34,8 Prozent“, beklagt sich Horst Kolvenbach, einer der Betroffenen. Seine Bitte um Begründung der Erhöhung sei mit einem nichtssagenden Schreiben beantwortet worden, das zudem noch einen Verwies auf eine kostenpflichtige Hotline enthielt. „Ich halte das Verhalten der Firma für skandalös“, betont Kolvenbach. Möglicherweise hänge die Preiserhöhung mit einem erneuten Eigentümerwechsel zusammen, der das Quasi-Monopol der Kabelversorgung renditeträchtig ausnutzen möchte. Siemens und ewt hätten sich früher „sehr viel kundenorientierter verhalten“.

Info

Zusammenschluss

Die ewt multimedia GmbH in Erkrath ist ein Unternehmen der Tele Columbus Gruppe.

Diese entstand im Nov. 2006 durch Zusammenschluss der Tele Columbus GmbH mit der ewt.

Rechnung unübersichtlich

Einen anderen Fall schildert Jürgen Ortmanns. Am 12. August 2008 wurde ihm mitgeteilt, dass kurzfristig eine Preiserhöhung notwendig sei. „Die kontinuierlichen Aufwendungen für Ihren Kabelanschluss und die Vereinheitlichung unseres Leistungsangebotes erfordern auch eine Anpassung der Preisstruktur“, nannte die Tele Columbus als Begründung. Im winzig Kleingedruckten war zu lesen, dass gegen die Preisanpassung innerhalb von vier Wochen Widerspruch eingelegt werden kann. Diesen reichte Jürgen Ortmanns am 27. August auch ein. In einer völlig unübersichtlichen Rechnung sei ihm dann am 1. Oktober mitgeteilt worden, es werde ein Gesamtbetrag von 10,83 Euro von seinem Konto abgebucht. In mühseligen Berechnungen habe er herausgefiltert, um welche Summe es sich handelt. Das Rätsel löste sich: Es ist der Differenzbetrag für die Monate Oktober bis Dezember 2008, der nach dem neuen Tarif über die bereits bis zum Jahresende bezahlte alte Gebühr fällig wird – monatlich 3,61 Euro. Dabei hatte Ortmanns Widerspruch eingereicht, da er mit der Preiserhöhung nicht einverstanden war.

Am 7. Oktober habe er ein Fax an Tele Columbus geschickt mit der Aufforderung, den unberechtigt abgebuchten Betrag von 10,83 Euro zurückzuüberweisen. Anschließend habe er mehrfach vergeblich versucht, Tele Columbus telefonisch zu erreichen. „Es ist juristisch nicht einwandfrei, was der Kabelanbieter macht“, empört sich Ortmanns. Weitere Kunden seien ähnlich betroffen.

Ein Ingenieur aus Trills verweist auf die letzte Preiserhöhung von 2007. Damals sei die monatliche Gebühr von 7,93 Euro auf 8,72 Euro angehoben worden, eine Steigerung von 15 Prozent. In einem Brief an Tele Columbus beklagt er jetzt eine Steigerung um 60,4 Prozent. In seinem mit Siemens 1996 abgeschlossen Vertrag könne die Miete für die Antenne nur Ecklohn bezogen erhöht werden.

Wie viele Tele Columbus-Kunden hat er sein Grundstück von der Entwicklungsgesellschaft Hochdahl gekauft und vertraglich dem Anschluss an die Gemeinschaftsantenne zugestimmt. Stadtkämmerer Heribert Schiefer, den er als Liquidator der EGH eingeschaltet hat, erklärte auf Nachfrage: „Den Anschlusszwang sehe ich heute nicht mehr als durchsetzbar an.“ Es müssten Ersatzlösungen gefunden werden für Leute, die sich von Tele Columbus trennen wollten. Vor allem Eigentümergemeinschaften müssten eine einvernehmliche Regelung finden.

Quelle: RP

 
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