Erkrath: Tierschützer suchen Nachwuchs
VON MANFRED MÜSCHENIG - zuletzt aktualisiert: 08.09.2010Düsseldorf (RPO). Die Erkrather Tierfreunde betreuen Futterstellen für verwilderte Katzen und vermitteln Hunde, Katzen und Kleintiere. Weil viele schon jenseits der 50 Jahre alt sind, werden nun Jüngere gesucht, die sich beteiligen wollen.
Wer sich aktiv im Tierschutzverein engagiert, muss gelegentlich auch mit unliebsamen Überraschungen rechnen. Diese Erfahrung hat Reinhard Baumgart, Vorsitzender des Tierschutzvereins Erkrath, schon häufiger gemacht. Beispielsweise hat ihn schon mal nachts um 4 Uhr unter der Tierschutzvereinsnummer eine Dame aus dem Bett geholt, weil ein Hund, den sie an andere Leute nach Haan weitervermittelt hatte, dort schlecht behandelt wurde.
Schlaftrunken habe er die Dame zunächst auf später vertröstet, berichtete Baumgart beim monatlichen Stammtisch des Tierschutzvereins, schließlich hätte er nachts um 4 Uhr ohnehin nichts machen können. Doch schon eine halbe Stunde später hatte die Frau erneut angerufen und sehr forsch nachgefragt, was denn inzwischen in die Wege geleitet wurde.
1959 gegründet
Der Tierschutzverein Erkrath wurde 1959 gegründet und zählt derzeit rund 100 Mitglieder. Der Mitgliedsbeitrag pro Jahr beträgt 15 Euro.
Vorsitzender ist Reinhard Baumgart. Zu erreichen ist der Verein unter Tel. 0700 40699 000. Jeden ersten Montag im Monat um 18.30 Uhr ist Stammtisch im Millrather Brauhaus, Bergstraße. Dazu sind alle Tierfreunde willkommen. www.tierschutz-erkrath.de
Solche Vorfälle seien glücklicherweise selten, kämen aber doch immer wieder vor, berichteten Baumgart und weitere Vorstandsmitglieder. Kein Wunder, dass der Kreis der besonders aktiven Tierschützer sich an gerade mal zwei Händen abzählen lässt. Hier hofft der Verein nun auf frischen Wind, möchte vor allem jüngere Leute als neue Mitglieder gewinnen.
Derzeit ist das Gros der Tierschützer nämlich meist schon im Rentenalter, selbst die wenigen Aktiven seien bis auf zwei, drei Ausnahmen fast alle älter als 50 Jahre, berichtete der Vorstand. So freute es Baumgart ganz besonders, dass mit Daniela Meinel diesmal eine junge Interessentin zum Stammtisch gekommen war, die nicht nur gleich einen Mitgliedsantrag ausfüllte, sondern auch zusicherte, sich aktiv bei der Tierschutzarbeit zu beteiligen.
Und die ist vielfältig. So betreut der Verein derzeit zwei Futterstellen für verwilderte Katzen, die von ihren früheren Besitzern einfach ausgesetzt wurden. Er bemüht sich um Pflegeplätze für Tiere, die von ihren Haltern nicht mehr versorgt werden können, weil sie unverschuldet in soziale oder gesundheitliche Notlagen geraten sind (zurzeit wird beispielsweise für einen sehr kinderlieben Greyhound ein neues Zuhause gesucht). Er berät, wenn sich jemand für die Haltung von Tieren interessiert und zuvor gerne fachlichen Rat haben möchte. Leider gebe es aber bei vielen Tierhaltern auch eine Anspruchshaltung, die man nicht erfüllen könne.
Für Kosten einspringen
Immer wieder werde verlangt, dass der Verein einspringt, wenn die Halter die Kosten wie Tierarztrechnungen nicht mehr selbst tragen können. Gelegentlich helfe der Tierschutzverein da zwar aus, wenn besondere Umstände wie plötzliche Arbeitslosigkeit oder Krankheit den Halter vor Probleme stellen, das sei aber nicht die Regel. "Wenn sich jemand ein Tier zulegt, muss er sich auch über die Folgekosten Gedanken machen", forderte Kassenwart Manfred Vinke in diesem Zusammenhang.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum