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Mettmann: Trasse nach Bomben absuchen

VON JÜRGEN FISCHER - zuletzt aktualisiert: 24.02.2010 - 18:30

Düsseldorf (RPO). Der Umweltausschuss des Landtags hört Vertreter der Bürgerinitiativen und der Firmen Bayer und Wingas zur umstrittenen CO-Pipeline an. Über 100 Bürger aus dem Kreis Mettmann und Duisburg folgen der Befragung.

Für die Bürgerinitiativen aus dem Kreis Mettmann waren Dieter Donner und Wolfgang Cüppers geladen und aus Duisburg Erich Hennen. Sie wiesen erneut auf die Gefahr der Leitung hin.   Foto: RPO
Für die Bürgerinitiativen aus dem Kreis Mettmann waren Dieter Donner und Wolfgang Cüppers geladen und aus Duisburg Erich Hennen. Sie wiesen erneut auf die Gefahr der Leitung hin. Foto: RPO

Düsseldorf/Erkrath Unter starker Anteilnahme der Bevölkerung aus dem Kreis Mettmann und Duisburg befasste sich der Umweltausschuss des Landtages gestern erneut mit der CO-Pipeline von Dormagen nach Uerdingen. Ausschussvorsitzende Marie-Luise Fasse hatte Vertreter der Bürgerinitiativen, von Bayer Material Science und der bauausführenden Firma Wingas zur Anhörung geladen. Anlass war ein Antrag der Grünen an den Landtag, der danach bei Bayer auf einen Stopp der Pipeline hinwirken soll. Über 100 Bürger folgten der Anhörung als Zuhörer. Bayer-Sprecher Dr. Jürgen Hinderer sicherte am Ende zu, Bayer werde alle Auflagen erfüllen.

Info

Die Anhörung

Die Grünen beantragten am 16. Dezember 2009 im Landtag den Stopp der Pipeline.

Zur Anhörung eingeladen wurden Dieter Donner und Erich Hennen für die Bürgerinitiativen, Dr. Jürgen Hinderer und Manfred Bast für Bayer Material Science und Wingas.

Bei der Bauausführung der Pipeline gab es 70 Abweichungen von der Baugenehmigung, meist bezüglich des Trassenverlaufs.

Für die Bürgerinitiativen aus dem Kreis Mettmann waren Dieter Donner geladen und aus Duisburg Erich Hennen. Beide machten deutlich, die Pipeline werde in der Bevölkerung niemals Akzeptanz finden, weil es erhebliche Zweifel an der Sicherheit der Leitung gebe. Hennen verwies darauf, dass es allein in jüngster Zeit mehrere Unfälle an Pipelines unter anderem in Wuppertal und in Duisburg mit mehreren Verletzten gegeben habe. Solch ein Vorfall an der CO-Pipeline in Monheim, Hilden, Erkrath, Ratingen oder Duisburg hätte katastrophale Folgen.

Untersuchungen fehlen noch

Die Sprecher der Unternehmen erläuterten dagegen, die Leitung erfülle höhere Sicherheitsanforderungen als gesetzlich vorgeschrieben. Sie werde nur in Betrieb gehen, wenn alle Vorgaben der Baugenehmigung erfüllt sind. Dieser Hinweis bezog sich hauptsächlich auf die noch fehlenden Untersuchungen über das Vorhandensein von Kampfmitteln an der Trasse.

Manfred Bast, Sprecher von Wingas, verwahrte sich gegen den Vorwurf des Sprechers der Grünen, Johannes Remmel, das Bauunternehmen habe im Zusammenhang mit der Kampfmittelsuche gelogen. Bast bestritt auch, mit dem Bau sei ohne vorherige Suche nach möglichen Bomben und Granaten begonnen worden. Vielmehr seien vor Baubeginn Luftaufnahmen ausgewertet und Bereiche ausgemacht worden, wo Blindgänger liegen könnten. Diese Flächen seien bei entsprechendem Verdacht untersucht worden. Noch fehlende Untersuchungen vor allem ehemaliger Laufgräben würden vor Inbetriebnahme abgearbeitet. Politiker mahnten dringend an, die gesamte Trasse zu untersuchen.

Der Landtagsabgeordnete aus dem Südkreis, Hans-Dieter Clauser (CDU), warf den Unternehmenssprechern vor, Vertrauen zu verspielen. So sei es fernab jeder Wahrheit, wenn Bayer behaupte, nur kleine lokale Gruppen von Bevölkerung und Kommunalpolitikern seien gegen die Pipeline. Der Antrag der Grünen im Landtag, bei Bayer auf einen Baustopp hinzuwirken, wurde abgelehnt.

Quelle: RP

 
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