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Mettmann: Tür zur Moschee steht offen

VON SABINE SCHÖLLING - zuletzt aktualisiert: 22.11.2006

Düsseldorf (RPO). Mettmanner Integrationsrat zu Gast beim Islamischen Kulturverein.

Gebetssaal an der Koenneckestraße wurde mit Eigenmitteln und der Unterstützung von Sponsoren hergerichtet.
Info

Neues Domizil

Der islamische Kulturverein Mettmann hat 70 männliche und 30 weibliche Mitglieder. Der Imam (Vorbeter) ist ein Akademiker, der von der türkischen Regierung sein Gehalt bezieht.

Bis zum Kauf des Hauses in der Koenneckestraße 1998 dienten das Georg-Fischer Wohnheim, christliche Kirchenräume und ein Altenheim als Gebetsräume.

Als „mobile Gemeinde aus dem Kofferraum“ beschreibt Ali Kuran vom Integrationsrat rückblickend die muslimische Glaubensgemeinschaft in Mettmann. Bei einer Moscheeführung erfuhren die Ratsmitglieder, wie die muslimische Gemeinde in Mettmann sich entwickelt hat und ihren Glauben praktiziert.

„Unsere Tür steht offen!“ lautet die Einladung des Imam Hasan Kaymakci und viele Schulklassen nehmen das Angebot längst wahr. Das Haus in der Koenneckestraße hatte die Gemeinde 1998 erworben und die Sanierung mit viel Eigeninitiative und tatkräftiger Unterstützung von Firmen vorgenommen. „Die Tiefgarage des Hauses stand damals kniehoch unter Wasser!“ erinnert sich Kuran an den Zustand des unauffälligen Hauses, das äußerlich dem klassischen Bild einer Moschee, wie ein Abendländer sie sich vorstellt, gar nicht ähnelt.

Ehemalige Tiefgarage

Wenn man jetzt in die ehemalige Tiefgarage absteigt, gelangt man zunächst in einen Flur mit vielen offenen Regalen. Darin legt jeder Besucher seine Schuhe ab. Die Wasserhähne an der Wand dienen zum Reinigen von Gesicht, Händen und Füßen der Gläubigen vor ihrem Gebet. Im Gebetssaal, der 200 Quadratmeter groß ist, versinken die Füße im weichen dunkelroten Teppichboden, der über den gesamten Boden ausgelegt ist.

Den Fragen der Besuchergruppe stellen sich der Imam und Vorsitzender Yilmaz Gönen offen: Die Nische, aus der der Imam vorbetet, ist links und rechts mit arabischen Schriftzeichen versehen, die „Allah“ und „Mohammed“ bedeuten. Das erhöhte Podest diene zum Predigen und die Reinigung vor dem Gebet erfolge aus hygienischen Gründen – die Wassernachzahlung sei deshalb beträchtlich. Die Stühle stehen bereit für Menschen, die nicht lange knien können, Frauen hören das Gebet über Lautsprecher in einem anderen Raum und bedecken beim Gebet ihr Haar.

Es gibt keinen Koran-Unterricht

Ganz klar wurde erklärt, dass die Gemeinde weder politische noch soziale Ziele verfolgt und auch keinen Koran-Unterricht hält. „Wir wollen einfach nur unsere Religion praktizieren und bedauern, dass „Islam“ und „Terrorismus“ oft pauschal in einen Topf geworfen werden“, so der Imam. Besucher Matthew Joseph ist Christ mit indischer Abstammung. Er lebt seit 22 Jahren in Mettmann und weiß: „Die Christen in Indien ziehen sich auch zum Gebet die Schuhe aus!“. Ausländerberater Oktay Koc wunderte sich: „In Antalya müssen Touristinnen in einer Moschee den Kopf bedecken!“ Entschiedene Antwort des Imam: „Hier nicht!“. Verblüffendes und Vertrautes, Ähnliches und Fremdes wurde von den Besuchern, die freundlich empfangen wurden, entdeckt und diskutiert.

Quelle: RP

 
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