Mettmann: Über Eidechsen und Aufzüge
VON ULLA PANTEL - zuletzt aktualisiert: 05.03.2008Düsseldorf (RPO). Schüler des Konrad-Heresbach-Gymnasiums erhielten Sonderpreise bei „Jugend forscht“.
Sie untersuchten artgerechte künstliche Lebensräume und erdachten ein Programmiersystem.Ihr Interesse an naturwissenschaftlich-technischen Themen über den normalen Unterrichtsstoff hinaus hat vier Schülern des Konrad-Heresbach-Gymnasiums in Mettmann Sonderpreise bei „Jugend forscht 2008“ eingebracht. Fabian Lenzen und Tobias Maron (10A) erhielten einen Sonderpreis für die Entwicklung eines neuartigen Aufzugsystems, Luisa Dosin (10A) und Marie-Luise Hebestreit (9D) einen Sonderpreis für den Umweltschutz.
Regionalausscheidung
An der Regionalausscheidung hatten 26 Schüler-Projekte teilgenommen. Die fünfköpfige Jury zeigte sich von dem Eidechsen-Projekt der beiden Schülerinnen beeindruckt. Luisa Dosin und Marie-Luise Hebestreit hatten im Rahmen der Jugend-forscht-AG unter Leitung von Dr. Guido Aschan und Stefanie Mattern artgerechte künstliche Ersatz-Lebensräume für Zauneidechsen im Naturschutzzentrum Bruchhausen erarbeitet. Viele Nachmittage und einen Großteil der letzten Sommer- und Herbstferien hatten sie der Beobachtung der Tiere in ihrem natürlichen Lebensumfeld gewidmet. „Das hat uns nichts ausgemacht, wir sind sowieso Naturmenschen“, beschrieben sich die beiden Luisen. Die gemeinsame Arbeit hat die Mädchen zusammengeschweißt.
Seit 40 Jahren
Der Wettbewerb Jugend forscht (kurz: Jufo) ist der größte europäische Jugendwettbewerb im Bereich Naturwissenschaften und Technik. 2005 feierte der 1965 vom damaligen Stern-Chefredakteur Henri Nannen initiierte Wettbewerb sein vierzigjähriges Jubiläum. Es gibt mehrere Ebenen des Wettbewerbs.
Ihre Erkenntnisse: Zauneidechsen fühlen sich nicht etwa auf Steinen am wohlsten, sondern lieben Holzstapel, die ihnen Wärme und Schutz bieten. Auch niedrige Büsche seien sinnvoll, während Bäume zu viel Schatten geben. „Bei Jugend forscht geht es nicht nur um Beobachtung und kreative Ideen, sondern auch um wissenschaftliches Arbeiten und überzeugende Präsentation der Forschungsergebnisse“, so Schulleiterin Anneke Leder. Mit professioneller Gestaltung hatten die KHG-Schüler auch in dieser Hinsicht überzeugt. Die Idee für ein neues Aufzugsystem war Fabian Lenzen und Tobias Maron bei „Jugend forscht“ im letzten Jahr gekommen. Damals hatten sie die Fahrstühle im Thyssen-Hochhaus zu einer neuen Erfindung angeregt. „Wir haben ein System entwickelt, wie Aufzugkabinen den Schacht wechseln können. Dadurch können mehr als eine Kabine pro Schacht fahren“, erläuterte Fabian. Ein kompliziertes Programmiersystem ermöglicht, dass sich die Kabinen nicht in die Quere kommen.
Auch Fabian und Tobias sind schon lange ein bewährtes Arbeitsteam. „Fabian ist eher der Informatiker und ich mehr der Praktiker“, erzählte Tobias. Der Erfolg hat alle vier Preisträger angespornt. Beim nächsten Jugend-forscht-Wettbewerb möchten sie wieder dabei sein.
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