Erkrath: Unbekanntes Preußen
zuletzt aktualisiert: 06.10.2007Düsseldorf (RPO). Ein Plädoyer gegen das Vergessen der deutschen Geschichte und Kultur im heutigen Polen: In seinem Buch erinnert Hans-Peter Schmidt an seine schlesische Heimat.
Als Zwölfjähriger wurde Hans-Peter Schmidt 1946 aus seiner Heimat Schlesien vertrieben. Gegen das Vergessen der deutschen Kultur und Geschichte im heutigen Polen hat er nun ein Buch über Schlesien und Preußen zur Zeit der Befreiungskriege 1805-1815 geschrieben. Es ist im Erkrather Schweitzerhaus-Verlag erschienen. Die Schilderungen des Autors lassen zusammen mit zeitgenössischen Berichten, Liedern, Gedichten, Zeitungsausschnitten sowie 200 Abbildungen von Gemälden und Fotos ein lebendiges Bild der Vergangenheit entstehen.
Was ist gerade an der Zeit 1805-1815 so interessant?
Schmidt In der Geschichtsschreibung von heute werden die historischen Ereignisse in Schlesien nur am Rande erwähnt. Nur wenige wissen, dass die Initiative der Befreiungskriege gegen Napoleon primär von Breslau ausging. Viele Jahre lang wurde Preußen einseitig als Militärstaat dargestellt, sogar als Vorstufe des Dritten Reichs. Neuerdings werden diese Thesen von namhaften Historikern widerlegt, wie auch die Sonderausgabe des „Spiegel“ vom 13. August 2007 zeigt. König Friedrich Wilhelm III war eigentlich Pazifist. Nur das Elend nach dem Tilsiter Frieden hat ihn erneut in den Krieg getrieben. Der preußischen Kultur entstammen Reformer wie von Hardenberg, von Stein und von Humboldt. Vor 200 Jahren wurde in Preußen der Grundstein eines modernen, demokratischen Staates gelegt.
Schweitzerhaus-Verlag
Das Buch „Schlesien und Preußen – Schlesiens Bedeutung unter Preußen in den Befreiungskriegen 1806-1815 und historische Ereignisse nach dem Wiener Kongress“ ist im Erkrather Schweitzerhaus-Verlag erschienen.
Preis 39,90 Euro.
Bestellungen beim Verlag sind unter Tel. 02129/31152 möglich, beim Autor unter Tel. 0211/252569 oder im Buchhandel.
Sie selbst sind als Opernsänger viel herum gekommen und leben seit Jahren in Erkrath. Warum ist Ihnen Schlesien heute noch so wichtig?
Schmidt Die Jahre einer schönen Kindheit haben mich geprägt. Ich bin in der Nähe von Breslau bei meinen Großeltern aufgewachsen. Die alten Leute haben damals noch viele Geschichten aus der Zeit von König Wilhelm III und Königin Luise erzählt. Königin Luise war beim Volk außerordentlich beliebt und auch in nachfolgenden Generationen noch populär. Ich selbst stand lange in telefonischem Kontakt mit Marie Therese Hug – Prinzessin von Preußen, einer Ur-Ur-Enkelin von König Wilhelm III und Königin Luise.
Hat sie auch einen Anstoß für Ihr Buch gegeben?
Schmidt Tatsächlich behandelt mein Buch drei Themen: Die Befreiungskriege, die Chronik der schlesisch-preußischen Albrechtlinie, von der Marie Therese Hug abstammt und die Zeit um 1913 anlässlich der Jahrhundertfeier für die Befreiungskriege. Ich habe das Buch nicht als Historiker, sondern wie Hasso von Blücher in seinem Vorwort schreibt, aus dem Herzen geschrieben.
General von Blücher spielt in Ihrem Buch eine Rolle. Sein Bruder war ein Urahn von Hasso von Blücher. Kennen Sie sich persönlich?
Meine Verlegerin Karin Schweitzer hat den Kontakt zwischen uns hergestellt. Ich freue mich, dass ihm mein Buch gefällt.
Ulla Pantel führte das Gespräch
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