Mettmann: Wanderbares Neanderland
VON JÜRGEN FISCHER - zuletzt aktualisiert: 08.09.2010Düsseldorf (RPO). Mit einem "Steig" wollen Städte und Kreis Wanderer ins Niederbergische Land locken. 210 Kilometer Wanderwege sollen durch alle Städte des Kreises führen. Das Netzt soll für 675.000 Euro ausgebaut werden.
Ein geschlossener Rundwanderweg durch alle Städte des Kreises Mettmann, der sogenannte "Neanderland-Steig", soll bald Wanderfreunde ins Niederbergische Land locken. Bei Enthaltung der FDP beschloss der Fachausschuss für Wirtschaft und Tourismus des Mettmanner Kreistages die weitere Umsetzung des 675 000 Euro teuren Projektes. Bei der Vorstellung des Steigs im Arbeitskreis "Stadtmarketing neanderland" haben alle zehn Städte Zustimmung zu dem Projekt signalisiert.
Das Neanderland hat Touristen viel zu bieten, begeistert sich Friedhelm Reusch, Leiter des Hoch- und Tiefbauamtes an der Düsseldorfer Straße in Mettmann. Es gebe viele Stellen an dem vorgesehenen Wanderweg, an denen Wanderern durch Freischneiden von Buschwerk und Bäumen der Blick auf eine wundervolle Landschaft freigegeben werde. Angestrebt wird die Klassifizierung als "Qualitätsweg".
Neanderland-Steig
Der Wanderweg ist 210 Kilometer lang und führt durch alle zehn Städte des Kreises Mettmann – zu 95 Prozent über bereits bestehende Wege.
Die Trasse wurde Ende Mai mit dem Sauerländischen Gebirgsverein abgestimmt.
Bis Jahresende will die Kreisverwaltung eine Einigung mit den betroffenen 1800 Grundeigentümern über den Verlauf des Steigs erzielen.
Für die Anlage noch fehlender Verbindungsstücke und Verbreiterung von Wegen, zwei Brücken in Velbert und Markierungen sind 675 000 Euro vorgesehen.
Ein Weg der Qualitätsstufe 2
Vergeben wird diese Einstufung vom Deutschen Wanderverband. Für den Steig haben seine Schöpfer sich die eigenständige Bezeichnung "Wanderbares Neanderland" ausgedacht in Anlehnung an "Wanderbares Deutschland". Die höchste Qualitätsstufe des Wanderverbandes, nämlich die Einstufung als "Premiumweg", können die niederbergischen Tourismusförderer freilich nicht erreichen. Dazu gibt es in der Ballungsregion zu viele asphaltierte Wegstrecken.
Im Blick haben Kreis und Städte bei ihren Tourismusangeboten aktive Kurzurlauber: sogenannte "Best Ager" (Menschen im Alter ab 50 Jahren), erwachsene Paare und Familien. Zum Tragen kommen sollen dabei Natur- und Kulturangebote, von denen die Städte viel zu bieten haben.
Angestrebt ist nicht nur eine Vernetzung der Städte im Kreis Mettmann, sondern auch der benachbarten Städte Duisburg, Mülheim a.d. Ruhr, Essen, Hattingen, Wuppertal, Solingen, Leichlingen, Leverkusen, Köln, Zons und Düsseldorf. Die Kooperation soll auch ausgedehnt werden auf die benachbarten Kreise Ennepe-Ruhr, Rheinisch-Bergischer- und Rheinkreis Neuss.
Es soll auf dem Steig möglichst viele naturbelassene Wege geben. Gegebenenfalls soll die Trasse von versiegelten Flächen weg verlegt werden. Wo Wege heute schlecht begehbar sind, sollen sie eine neue, wasserdurchlässige und kleinkörnige Deckschicht erhalten. Die Wege sollen flächendeckend markiert werden und dabei die Kennzeichnung "Wanderland Neanderland" tragen.
Auf dem Steig sollen die Gäste Hinweisschilder auf die Gastronomie des Neanderlandes finden. Die Gastronomen sollen angeregt werden, sich auf die Wünsche der Wanderer einzustellen. Die Zahl der Rastplätze und Schutzhütten soll erhöht werden, bestehende sollen saniert werden.
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