Kreis Mettmann: Wanderung durch die Museumsnacht
VON STEPHANIE JOSST - zuletzt aktualisiert: 27.08.2007Düsseldorf (RPO). „Herr Wahrsager, wann bin ich meine Brille los“, fragt ein Mädchen den verdutzten Hans-Peter Richter am Eingang des Observatoriums in der Willbeck. Der Rest der Kinderschar lacht und der Vorsitzende der Sternwarte lacht mit. „In der Museumsnacht haben wir alle Spaß.“ Währenddessen leuchten im Neanderthal Museum abwechselnd die Kameras auf. Ziel des Blitzgewitters ist die Figur des Neandertalers im Eingangsbereich, der an diesem Abend zum beliebten Fotomodel avanciert. Vor dem Lokschuppen am Hochdahler S-Bahnhof wird um 20 Uhr der Grill angeschmissen. Barbecue im Museum? Na klar, denn an diesem Abend ist eben alles ein bisschen anders, als sonst. Besucherinteresse weckt vor allem die große Dampfmaschine mit Generator. Das unbeschwerte Bahnfahren der Dreißiger Jahre demonstrieren historische Filme.
Hunderte von Besuchern strömten ab 18 Uhr zur zweiten Museumsnacht im Neanderland. Mit von der Partie waren die Museen des Südkreises sowie das Observatorium der Sternwarte Neanderhöhe und das Naturschutzzentrum Bruchhausen. Es wurde ein Shuttle-Service angeboten, der die Besucher von einem Veranstaltungsort zum nächsten brachte, zum Schluss aber nur noch ins Observatorium, wo es bis zwei Uhr nachts die Möglichkeit gab, den Mond, farbenfrohe Doppelsterne oder den Planeten Mars zu beobachten. Das Highlight ist der Jupiter, der auch jetzt schon mit bloßem Auge sichtbar am Himmel steht. Dozentin Natasja Brughmans verriet: „In eineinhalb Monaten wird die beste Zeit für Beobachtungen sein.“
Die Geologin freute sich über viele neue Gesichter, besonders junge Familien, die den Weg in die Sternwarte fanden. Vor den Fernrohren herrschte bei fast klaren Himmel Gedränge. „Wir sagten ihnen, dass sie jeden Freitag Abend kommen können. Einige waren da ganz überrascht“, stellte Brughmans fest. So auch Michael Langer. „Diese Veranstaltung ist eine super Gelegenheit, neue Einrichtungen kennen zu lernen. Ich werde bald wieder ins Observatorium kommen.“ Der Hildener nutzte gerne die Gelegenheit, bei freiem Eintritt die Museen der Nachbarstädte zu erkunden.
Claudia Badenhausen aus Ratingen hat ihre Kinder mit ins Neanderthal Museum gebracht. „Es ist alles gut organisiert und auch für die Kleinen interessant.“ Sie war das erste Mal dort und begeistert von der Sternenführung durch die Ausstellung „Ein Himmel auf Erden“. Bei soviel Begeisterung machte es Besuchern nichts aus, dass der Shuttlebus oft mit kleiner Verzögerung eintraf. Viele waren ohnehin mit dem Pkw unterwegs.
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